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Du befindest dich in der Rubrik AVANTGARDE CDs. Hier sind Infos zu den Avantgarde Alben, die in den letzten Monaten vorgestellt worden sind. An einem grösseren Verzeichnis wird zurzeit gearbeitet. Hier stehen u. a. Infos zu den Alben “La Lechuza” von ESMERINE aus Kanada, “New History Warfare Vol 2, Judges” von COLIN STETSON, “Salon Des Amateurs” von HAUSCHKA aus Deutschland, “Organic Modernism” vom DANIEL LEVIN QUARTET aus Michigan in den USA, “Antropomorphic” von der MOUNTAIN FUJI DOOMJAZZ CORPORATION, “Orlando” von AFG AND CRAIG ARMSTRONG aus Schottland, “Parallel Fantasy” von INVISIBLE REALITY  aus Israel, “Simple Stories For Complicated People” von TOM GLASS aus Polen und “12 & 1 Song” von JANIS CRUNCH & HARUKA NAKAMURA. Weitere Avantgarde Alben gibt es im Verzeichnis.

 

 

 

 

AVANTGARDE CDs

Neue Avantgarde CDs

Übersicht

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ESMERINE “LA LECHUZA”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Esmerine - La Lechuza

TRACKLISTING:

1.  A Dog River
2.  Walking Through Mist
3.  Last Waltz
4.  Trampolin
5.  Snow Day For Lhasa
6.  Sprouts
7.  Little Streams Make Big Rivers
8.  Au Crpuscule, Sans Laisse
9.  Fish On Land

Besetzung:
Bruce Cawdron (Percussion, Vocals)
Beckie Foon (Cello, Vocals)
Sarah Page (Harfe)
Andrew Barr (Drums, Vocals)

Label: Constellation Records

TIME:

3:29
3:35
5:50
4:42
5:16
7:35
3:32
3:05
6:47

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AMBIENT CHAMBER POP

Für Fans von: Philip Glass  - Ulan Bator - Glissando 70

KANADA

Techno & Klassik – eine Verbindung, die eigentlich für aufregende musikalische Geschichten sorgen könnte – und trotzdem nicht so häufig bisher in Erscheinung getreten. ESMERINE sind da eine rühmliche Ausnahme. Die beiden Kanadier Bruce Cawdron und Beckie Foon, die sich bereits in anderen Formationen ihrer Heimat austoben konnten, haben sich vor zehn Jahren zusammengetan mit dem Ziel, klassische Kammermusik mit experimentellen ambienten Klangstrukturen zu veredeln. Das aktuelle Ergebnis, das auf dem Album „La Lechuza“ zu hören ist, sind 9 mehr oder weniger interessante Kompositionen, die dem Hörer vor allem eines abverlangen: Zeit.

A Dog River“ beginnt mit afrikanisch klingenden Marimbaphon-Klängen, die gefühlvoll von zarten Violinen & Celli Tönen umschmeichelt werden. Dem eher langweiligen – ebenfalls instrumentalen „Walking Through Mist“ folgt das erste – mit dunkler, sonorer Stimme vorgetragene – Vocal Stück „Last Waltz“. Nach dem ersten zart angedeuteten Refrain zieht das Tempo etwas an – Geige, Cello, Harfe und engelsgleiche Harmoniegesänge bestimmen das „Bild“ und leiten über zum bisher besten Song des Albums: „Trampolin“ wird von den perkussiven Tönen eines „präparierten“ Pianos und vom wundervollen Glöckchen-Klang des Marimbaphons getragen. Das lebhafteste Stück der CD ist das 7 ½ minütige „Sprouts“, in dem beide Musiker das gesamte vorhandene Instrumentarium mit einbringen. Poppige Rhythmen gibt es in „Little Streams Make Big Rivers“. Die letzten beiden Stücke versinken in melancholischer Ereignislosigkeit.

Fazit: Keine Kost für 0815-Hörer, die nur das kurzzeitige Musikvergnügen suchen. Das Album wurde übrigens der US-mexikanischen Sängerin Lhasa De Sela gewidmet, die im Dezember 2010 nach einem langen erfolglosen Kampf gegen ihre Krebskrankheit gestorben war. Die Ballade “Fish On Land” ist eine Komposition der verstorbenen Interpretin, die nur 37 Jahre alt geworden ist.

VÖ: 07.06.11

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/esmerinemontrealhttp://www.esmerine.com/

TOURDATEN

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COLIN STETSON “NEW HISTORY WARFARE Vol 2, JUDGES”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Colin Stetson - New History Warfare Vol 2- Judges

TRACKLISTING:

1.  Awake On Foreign Shores
2.  Judges
3.  The Stars In His Heads (Dark Lights Remix)<
4.  All The Days I’ve Missed You (ILAIJ I)
5.  From No Part Of Me Could I Summon A Voice
6.  A Dream Of Water
7.  Home
8.  Lord I Just Can’t Keep From Crying Sometimes
9.  Clothed In The Skin Of The Dead
10. All The Colors Bleached To White (ILAIJ II)
11. Red Horse (Judges II)
12. The Righteous Wrath Of An Honorable Man
13. Fear Of The Unknown And The Blazing Sun
14. In Love And In Justice

Label: Constellation Records

AVANTGARDE

Für Fans von: James Blood - John Zorn - Philip Glass - Picasso

USA (MICHIGAN)

Ein Elephant brüllt traurig und frustriert vor sich hin. Es könnte aber auch eine gewaltige Tröte sein, ein Susi- phon oder eine meterhohe Vuvuzela, die sich da zu Wort melden. Der Name des Interpreten auf dem Cover der CD hat mich doch tatsächlich in die Irre geführt. COLIN STETSON – Country habe ich erwartet, aber gerade den gibt es gar nicht. Blubbernde Melodien (?) wühlen vor sich hin und im zweiten Stück „Judges“ habe ich mich mittlerweile auf die Schublade „experimentelle ambiente Psychedelik“ festgelegt.

Der Musiker aus Michigan spielt neben seinem Hauptinstrument, dem Bass Saxophon auch noch Klarinette, Flöte, Kornett und French Horn. Er entfremdet den Klang der Instrumente, lässt sie aufschreien und jagt durch ein Sammelsurium aus 14 seltsam klingenden Aussenseitern, die man nicht einmal seinem schlimmsten Feind schenken möchte. Lassen wir jetzt einmal den „real music lover“ zu Wort kommen: Die Musik von COLIN STETSON berührt die Seele des Hörers. Der bedrohliche Ton, mit dem das erste Stück „Awake On Foreign Shores“ beginnt, scheint dem Remake des Science-Fiction-Filmes „Krieg der Welten entsprungen zu sein“, ein modulierende Soundwelle wechselt in den Song „Judges“, diabolisch verzerrte Stimmen seufzen zum technoiden Loop.

The Stars In His Head“ ist ein wilde Hetzjagd – selbst geübte Musikhörer dürften ein paar Hörgänge benötigen, um dieses epochale Monument zu begreifen, ich stelle mir gerade belustigt die ratlosen Blicke von Musikredaktören des Senders Antenne Bayern vor. Auch in „From No Port Of Me Could I Summon A Voice“ geht es 2 Minuten lang munter drunter & drüber, spätestes hier kommt mir die Ansammlung von Stücken vor wie ein Collection von avantgardistischen, expressionistischen Etüden. Mit „Lord I Just Can’t Keep From Crying Sometimes“ gibt es sogar eine ätherische tragische Ballade, die vom Sound eines wabernden Didgeridoos getragen wird. Nie hat dieses Instrument besser gepasst auf eine moderne Platte als hier. Der Gesang kommt übrigens von einer alten Bekannten: Laurie Anderson, die sich ja gerne im abenteuerlichen Fahrwasser herumtreibt.

Fazit: Für alle Musikfans, die abstrakte experimentelle Gebilde lieben. Unglaubliche Musik für Insider, die sich für musikalischen Underground begeistern können/möchten. Vergleichbar mit den ersten beiden Kraftwerk-Alben aus den Jahren 1968 und 1969, die leider nur die Wenigsten kennen.

VÖ: 25.02.11

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://colinstetson.com/home.html 

TOURDATEN

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HAUSCHKA “SALON DES AMATEURS”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE

Für Fans von:  John Cage - Philip Zoubek - Satoko Fujii

DEUTSCHLAND

Präpariertes Klavier, Posaunendröhnen, Funky experimentelle Dub-Vibes? Alles drin in der Musik von HAUSCHKA. Er setzt von Beginn an alles auf eine Karte und schaltet seinen „Radar“ auf die Zielgruppe der offenen Musikhörer und all derjenigen, die den Ausweg aus dem etwas festgefahrenen Acid-Nu-Jazz-Genre suchen. Die etüdenhafen Piano-Melodien könnten zudem bei an Neoklassik interessierten Musikliebhabern auf Begeisterung stossen. „Two AM“ ist ein infizierender Neo-House-Groove (140 bpm), Das geniale „Ping“ würde ich mir sogar zutrauen, in diverse Songs hinein zu mixen! In „Subconcious“ umschmeichelt ein Bandoneon das triste Klangbild und zur Mitte des Songs laufen mehrere Rhythmen quer durcheinander und überlagern sich – der Zuhörer kommt sich vor wie in eine imaginären Schaukel, die mit jedem Taktschlag höher schwingt. Für alle, die den besonderen musikalischen Moment schätzen!

Hauschka - Salon Des Amateurs

VÖ: 12.04.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.hauschka-net.de/  &  http://www.myspace.com/hauschka

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

DANIEL LEVIN QUARTET “ORGANIC MODERNISM”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Daniel Levin Quaret - Organic Modernism

Stellt Euch ein Bild vor: Ein Maler mit langen blauschwarzen Haaren steht vor einer weissen Leinwand, den Pinsel in der Hand. Er beginnt, seine rechte Hand mit schwungvollen Bewegungen über den Stoff tanzen zu lassen. Seine Pupillen haben sich zurückgeschoben, seine Augäpfel treten hervor, sind in schneeweisses Licht getaucht, das Gesicht  eine lächelnde, in Stein gemeisselte Fratze und wie in Trance kratzt und pinselt er über die Leinwand – aus wirren, querfeldein vermischten bunten Farbklexen entsteht eine alptraumhafte Szene wie aus einem Horrorfilm. Der Zeichner hat eine Szene in der  Zukunft gemalt. Könnte in der SciFi & Mystery-Serie „Heroes“ passiert sein, ist aber möglicherweise auch eine Szene aus der CD „Organic Modernism“, die das DANIEL LEVIN QUARTET  veröffentlicht hat.

AVANTGARDE

Für Fans von:  Irene Schweizer - Carlos Zingaro - AMM - Stravinsky

USA (VERMONT)

Die CD wurde im Januar 2011 veröffentlicht, die oben beschriebene Szene ist anwendbar auf das erste Stück das Albums. Gut – der Titel der Komposition “Action Painting” hat natürlich meine phantasievollen Gedanken ausgelöst. In Wirklichkeit sind es die durcheinander tropfenden Instrumente (virtuos klimperndes Vibraphon, rennender Basslauf und hektisch kratzende Violinen), die sich zu einer Hetzjagd getroffen haben. Die vier Musiker des Quartetts spielen Modern Jazz, wie er sein soll: Innovativ - aufgebracht  - revolutionär – und – freigelöst von allen Grenzen. Die Trompete von Nate Wooley stellt kurz vor dem Ende des Stücke sämtliche audiophile Lautsprecher vor eine harte Probe!

Die Hauptperson Daniel Levin trampelt, kratzt, faucht, haucht & wimmert sich durch 55 Minuten expressionistischer Virtuosität, doppelt sich und verwickelt sich in dissonante Duelle mit der ebenfalls brillierenden Trompete. Wunderbar gruselig wird’s im 9minütigen „Old School“: Wabernde, mysteriöse Sounds, vor dem geistigen Auge wehen Vorhänge, riesige Spinnweben flattern im Wind, und die Nebelmaschine pumpt einen Grauschleier in das verfallene Schulgebäude, das die drei Hauptpersonen gerade – sich vorsichtig umsehend (oder spielend) durchwandern. Musik, die erneut Phantasien freisetzt und mittlerweile hat sich meine erste stilistische Einschätzung „Modern Jazz“ in geisterhaften Rauch aufgelöst – je fortgeschrittener die Stunde (ich befinde mich mittlerweile im siebten Track “Constellations“) desto mehr wird hier reinrassiger Avantgarde-Jazz zelebriert. Auch „Audaity“ ist ein genialer Mix aus verschrobenen Ideen und willkürlich-spontan eingeworfenen Licks, Riffs & “Melodideen”: „Expert Set“ “zeigt” die Musiker vor einer Waldhütte beim Holzsägen, während drinnen ein lustiges Kaminfeuer prasselt.

Das finale „Active Imagination“ lotet noch einmal sämtliche Toleranzgrenzen eines “songorientierten” Musikliebhabers aus, jeder der drei Instrumentalisten erzählt sein eigenes geheimnisvolles Geschichtchen – es ist zugleich das humorvollste Stück dieser bemerkenswerten CD.

Fazit: Kritiker werden der Musik von Daniel Levin vorwerfen: „Und wann kommt die Musik?“  - weltoffene Musikhörer dagegen nehmen die 12 Kompositionen ohne Vorurteile in sich auf und geniessen ein Feuerwerk an phantasiereichen Ideen.

VÖ: 28.01.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://daniel-levin.com/

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THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION “ANTHROPOMORPHIC”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

PSYCHEDELIC

Für Fans von:  Popol Vuh - Pink Floyd (60er) - The Orb - Nektar

TERRESTRIEN

Emerson Lake & Palmer sind endlich im neuen Jahrtausend gelandet. Die Musiker der multikulturellen Ensembles MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION scheinen genau zugehört zu haben bei Keith Emerson & seinen britischen Progrock-Gefährten. „Space“ macht seinem Namen alle Ehre und zwitschert mit Melltron- & Synthesizer- Eskapaden 15 Minuten lang munter durch das Universum. Wer immer noch die 60er bedauert, weil in späteren Jahren die psychedelische Grundstimmung verloren ging, hat die letzten Jahre verschlafen, hat nie “Acid Mothers Temple” oder ähnliche Bands gehört und bekommt jetzt die Möglichkeit, sein Wissen auf zu frischen.  60 Minuten gibt es 4 abstrakte Abenteuer, die eines voraussetzen: Zeit – eventuell ein Flascherl Wein mit auf die Reise nehmen-  und wenn man es schafft, sich der Musik zu öffnen, darf man sich danach das gefühlte Diplom als Anthropomorphologe an den Gürtel heften.

The Mount Fuji Doomjazz Corporation - Anthropomorphic

VÖ: 11.02.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://shop.tkde.net/album/anthropomorphic

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AGF AND CRAIG ARMSTRONG “ORLANDO”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AGF And Craig Armstrong - Orlando

Tracklisting :

1.  Writing Pitch And Depth
2.  For Ever And Ever And Ever Alone
3.  Yearning Years
4.  The Tree
5.  I Hed A Queen
6.  The Queen
7.  Birds Froze In Mid-Air
8.  Princess Marousha Stanislovka Natascha Romanovitch
9.  I Opened My Eyes
10. Betrayal
11. Konstantinopolis
12. You Sleep On
13. Sleep
14. Sex At Thought
15. Enamoured Lady
16. The Archduke
17. Rain Falls
18. Damp
19. Natures Bride
20. The Way We Write

AVANTGARDE

Für Fans von: Maryanna Amacher - Laub - Sue Cie - Sutekh

SCHOTTLAND

Immer wenn ich denke “Es gibt eigentlich nichts mehr, was ich noch nicht gehört habe” kommt aus dem musikalischen Kosmos ein Strahl angefegt - einem ausserirdischen Raumschiff gleich - und der mein irdisches Bewusstein erweitert. Der schottische Filmkomponist CRAIG ARMSTRONG hat seine ersten Score in den 90er Jahren komponiert, in seiner Discographie stehen heute zahlreiche Action-Filme wie “The Incredible Hulk”, “Romeo Must Die”, der starke Martial-Arts-Thriller (mit Jet Li in der Hauptrolle) “Kiss Of The Dragon”, aber auch Dramen wie “World Trade Center” oder “The Quiet American”. Ab und zu begibt er sich aber auch in experimentelles Terrain und mit der Berliner Akustikelektronikerin ANTYE GREIE aka AGF hat er eine kongeniale Partnerin gefunden, um sein neuestes Projekt in die Tat um zu setzen: Die musikalische Inszenierung der Novelle “Orlando”, die zum ersten Male im Jahr 1928 von  der englischen Schriftstellerin Virginia Woolf veröffentlicht worden war.

Und gleich das erste Stück „Writing Pitch And Depth“ ist so ein avantgardistischer elektronischer Moment, in dem das Kratzen einer Feder elektronisch verstärkt und zusätzlich mit einem minimalistischen Rhythmus umgarnt wird. Tristesse pur gibt es im folgenden „For Ever And Ever And Ever Alone“ – ein Feuer knistert im Kamin – oder sind es gar zerbrechende Äste, die ein Holzsammler im Wald aufliest? Violinen & Celli weinen um die Wette. Eine weibliche Stimme mit japanischem Akzent durchdringt die Melancholie mit den geflüsterten Worten: „I was alone – I was hiding in the attic - I dreamed of striking many heads - I loved solitary places and I dreamed of riding in the fields of asphodel“ – die Komposition klingt aus mit einem kammersinfonischen Anschwellen aller „Instrumente“. „The Queen“ baut a capella und kanonartig auf. Verlorene Pianoakkorde klimpern in „I Opened My Eyes“, der geheimnisvoll geflüsterte hypnotisch gleichlautende Augenaufschlag der “Sängerin AGF” wird durch perkussives Glöckchenklicken und einen in der Ferne dröhnenden dumpfen Ton begleitet.

Konstantinopel“ versetzt den Zuhörer an den Hafenkai der Metropole, ein Dampfer legt an, Stimmengewirr ist zu hören wie beim Bau des Turms von Babel. Ein Muezzin kreischt in der unmittelbaren Nähe seine kehligen wimmernden Laute in die Menge. Die Anatomie der skurrilen Sounds setzt sich fort: In „Rain Falls“ plätschert Wasser, während unsere echo-verhallte Dame vor sich hin summt und uns weismachen möchte, dass es draussen in Strömen regnet. „Damp“ zeigt den Zuhörer, wie er in der verwaisten Maschinenhalle einer Fabrik erwacht, während in der Ferne ein riesiges Stromaggregat brummt. Doch weil die literarische Vorlage eigentlich ein heiteres Geschichten war, gibt es auch hier ein Happy End - am Ende ist wieder die kratzende Feder zu hören, die Vergangenes zu Papier bringt und am Ende stellt sich dem Hörer die entscheidende Frage: Alles nur geträumt?

VÖ: 01.03.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseiten: http://www.craigarmstrongonline.com/  &  http://poemproducer.com/haus.php

TOURDATEN

Info: ANTYE GREIE aka AGF ist Sängerin, Musikerin, Produzentin und Schauspielerin. Geboren und aufgewachsen ist sie in Ostberlin. In jungen Jahren hat sie sich mit Musik, Poesie und Philosophie beschäftigt.  In jüngster Zeit hat sie elektronische Musik mit der Komponente “gesprochenes Wort” und “Kalligraphie” verquickt. Ihr Partner ist der finnische Elektronik Musiker Sasu Ripatti (Geburtsname: Vladislav Delay), gemeinsam haben sie eine Tochter.  Neben ihren Solo Aktivitäten als AGF ist auch noch in den Projekten “Laub”, “The Lappetites” und “The Dolls” (ebenfalls mit Craig Armstrong) aktiv.

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INVISIBLE REALITY “PARALLEL FANTASY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

ELECTRONIC

Für Fans von: Tetsu Inoue - Biosphere - Lisa Carbon

ISRAEL

Beim ersten Titel „Incognito“ habe ich spontan an die gleichnamige britische Acid Jazz Band gedacht, aber die hier präsentierte Musik schüttelt technoide House-Bässe aus den Lautsprechern, die Grundlage sind für ein ambientes Konstrukt, das sich durch 9 lange, spacige Tracks zieht. Tanzbar sind sie allesamt, das Tempo pegelt sich zwischen 133 und 135 bpm ein. Es gibt plätschernde Wasserfälle („Vanishing Days“), Starkstrom- Flamenco („Criminal Code“) und mit dem Trommelwirbel eines 70er Jahre Gruselfilms von Dario Argento („Suspiria“) beginnt das unheimliche „Celestial Objects“ – mysteriöse Kellergewölbe-Geräusche schmettern zu tropfenden Wasserhähnen und puckernde Bass-Loops garantieren extatisches Brainwashing, bevor man sich überhaupt irgendwelche bewusstseinsverändernde Drogen eingeworfen hat. Sehr gutes (zweites) Album des israelischen Duos beim deutschen Label Iono Records!

Invisible Reality - Parallel Fantasy

VÖ: 19. 02. 11

Verfügbar: CD & MP3 Album (nur Beatport)

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/realityinvisible

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

TOM GLASS “SIMPLE STORIES FOR COMPLICATED PEOPLE”  Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE

Für Fans von:  Pink Flyod - Joy Orbison - Robert Babicz

POLEN

Musik ohne Worte. Aber keine Musik, die sprachlos macht. Intelligente Musikhörer haben auch sofort an zwei Merkmalen festgemacht, worum es sich bei diesem Album handelt. Der Titel „Simple Stories For Complicated People“ verheisst wenig Gutes für Mainstream-Hörer und das Pseudonym TOM GLASS (Tomasz Szklarski) erinnert mich auch an den Avantgarde- Komponisten Philip Glass, der mit „Koyaanisqatsi“ einerseits einen betörenden Soundtrack geschaffen hat, aber anderseits viele Komponisten darin beeinflusst hat, ihre Instrumente weg zu werfen, zu verschenken und sich alternativ der Erforschung des ätherischen Klangbrei-Universums zu widmen. Die 12 ambienten Meisterwerke, die TOM GLASS hier geschaffen hat, tauchen ab in die Welt des chillig- spacigen Techno-House. Die Musik auf der CD: Instrumental. Ambient. Meditativ. Treibend. Atmosphärisch. Tanzbar. Kosmisch geil. Noch Fragen?

Tom Glass - Simple Stories For Complicated People

VÖ: 24.01.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/tomglass  &  http://soundcloud.com/tom-glass

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

JANIS CRUNCH AND HARUKA NAKAMURA “12 & 1 SONG”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Janis Crunch And Haruka Nakamura - 12 And 1 Song

TITELVERZEICHNIS:

1.   Solitude
2.   Winter Story Of Henry
3.   Foret
4.   Nuit
5.   My witch song
6.   Hymn
7.   カノン
8.   東の空
9.   Forche
10. Insincere love
11. Requiem
12. Prayer
13. 12 & 1 song

Label: Kitchen Label
Webseite: www.kitchen-label.com

AVANTGARDE

Für Fans von: John Zorn - Ivor Cutler - Steve Reich

USA/JAPAN

JANIS CRUNCH und HARUKA NAKAMURA haben sich vor einigen Jahren zusammengefunden, um ihrer Leidenschaft zu frönen, emotional geladene Neoklassik-Pop-Songs mit avantgardistischem Anspruch zu komponieren. „12 And 1 Song“ ist ihr viertes gemeinsames Album und wie es der Titel bereits verrät, darf sich der Musikhörer auf 13 “Songs” einlassen, die sich allesamt im LoFi & Minimal Pop Bereich bewegen. Die instrumentalen – nur auf dem Piano gespielten instrumentalen (langweilen) Stücke „Solitude“, „Foret“ und „Requiem“ verstehe ich einmal als Intermezzo zwischen den gesungenen Textpassagen und hier sind es vor allem die experimentellen Harmoniegesänge der Songwriterin, die wie in „Nuit“ wenigstens für einen Hauch von Begeisterung sorgen. In der „Hymn“ sind im Hintergrund religiöse Gesänge und sogar ein herunter geleierter „Rosenkranz“ (Gebet der katholischen Kirche) zu hören, aber das genügt mir gar nicht, etwas innovative Stimmung aufkommen zu lassen. Wenixtens in „Forche“ klingeln Glöckchen & kratzen Schreibfedern zum Klang einer antiken (aber zurzeit voll im Trend liegenden) Super 8 Kamera und verursachen etwas innovative Atmosphäre.

Fazit: Die Musik von JANIS CRUNCH & HARUKA NAKAMURA ist nicht leicht verdaulich, wer sich darauf einlassen möchte, benötigt die Ruhe in sich selbst, damit sich die Songs öffnen. Musikfans, die sich für japanische Melancholie & subversive Klangexperimente interessieren, sind dabei eindeutig im Vorteil. Es benötigt zwei bis drei Hörgänge, bis man in die Musik von „12 And 1 Song“ abtauchen kann.

VÖ: 13.12.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/janiscrunch  &  http://www.myspace.com/harukanakamura

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VLP “TERRAIN”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

PRODUKTIONSNOTIZEN:

Tracks:

1.  Ponderosa Golden   16:22
2.  Die On Fire    13:46
3.  Purple Calabash    13:51
4.  Ivory Egg   11:34
5.  Banana Legs   12:13

Label: Idyllic Noise

Personelle Besetzung:

Pia Palme: subbassrecorder, electronics
Electric Indigo: synthesizer, computer
JSX: turntables

Aufgenommen wurden die Tracks beim Festival artacts ‘10 in der Alten Gerberei in St. Johann in Tirol

Produktion: Hans Oberlechner

WORLD AVANTGARDE

Für Fans von: Shadowfax - Dorian Cheah - John Zorn - Ground Zero

ÖSTERREICH

Ponderosa Golden” heisst zwar das erste 16minütige Stücke von VLP, aber mit der Western-Romantik der „Bonanza“-Cartwrights haben die Kompositionen des Austria-Dreiers absolut nichts zu tun. Hinter dem Pseudonym VLP verbergen sich die österreichische Multiinstrumentalistin & Künstlerin Pia Palme, der Elektronikmusiker „Electric Indigo“ und der Turntable Wizard „JSX“. Auf dieses Projekt bin ich zum ersten Male durch Zufall zum Anfang des neuen Jahres aufmerksam geworden, als ich im CD-Regal eines Würzburger Plattenladen die etwas ältere CD „Subitized“ entdeckt hatte. Innovative, expressionistische Avantgarde Musik, die mich begeisterte.

Und weil ich die Rezension weitergab, wurde ich jetzt auch belohnt mit dem 2011er Output des Trios. Und auch dieses Mal wird mein Hang & Drang noch neuem, expressionistischem Material belohnt. Bereits das erste Stück glänzt durch eine universelle Collage aus weltmusikalisch-elektronischen Verzierungen. Im oben bereits erwähnten „Ponderosa Golden“ führt mich das Trio an den Anfang der afrikanischen Urzeiten zurück, als es dort noch das Instrument Didgeridoo gab, bevor dieser Teil des schwarzen Kontinents wegbrach und nach Süden wegdriftete und später von Forschern & Entdeckern mit dem Namen Australien bedacht wurde. Na gut, da ist jetzt wieder einmal der tasmanische Teufel mit mir durchgegangen, aber die Musik von VLP setzt frisches Gedankengut in Bewegung und entwickelt völlig neue Verschwörungstheorien. Es ist Musik, die inspiriert, gleichzeitig das Gehirn durchbläst und mir trotz des intellektuellen Anspruchs einen Heidenspass bereitet.

Wenn sich ab Minute 08:40 Stimmen, heisere Saxophonlaute und dezente Perkussion treffen, sitze ich schon längst in einem afrikanischen Kraal und lausche – durch die von Medizinfrau Palme zur Bewegungslosigkeit verurteilten verabreichten Droge – den „R2D2“ Loops, die sich mit elektronisch entfremdeten Bambushörnern der zentralafrikanischen Bantu kreuzen.

Es folgt das industrial-metallische „Die On Fire“, das über den Zuhörer mit ohrenbetäubendem technoiden Prog House Donnerwetter hereinbricht. JSX  vermischt analoge Hip Hop Samples („Bass!“) mit esoterischen Scratchings und wilden Loops & Turntable-Kunststückchen, während PIA PALME elementar umher schwebende Teile kunstvoll zum Gesamtkonstrukt zusammenfügt. “Purple Calabash“ vermischt 90er Jahre Drumloops mit geheimnisvollen Stimmen der indischen Mystik & gesampleten Sitars – und kann aufgrund des harten 132-bpm-Grooves sogar von findigen Techno DJs eingesetzt werden, wenn die Stimmung im Club immer ausgelassener wird.

Ivory Egg“ animiert den Zuhörer zu einem Ausflug zur Elfenbeinküste. Ob sich so die zukünftige Musik  des afrikanischen Staats im Jahr 2112 anhören wird? Es sind mysteriöse Klänge, die mich hier im nächtlichen Abidjan zu Orten spazieren tragen, zu denen sich sonst kein Weisser verliert. Der Mix erinnert mich stark – zumindest was die analogen Sounds angeht - an die 80er Jahre Experimente des vom Perkussionisten Bonjo Iyabinghi Noah gegründeten psychedelischen Dub-Projekt „African Head Charge“, das mehrere Platten für das Label O-U-Sound veröffentlicht hatte. Musik, zu der man sich fallen lassen kann, ohne im Treibsand der Wüste unterzugehen.

Banana Legs“ lässt den Zuhörer auf einem indischen Bananendampfer (Indien ist mit 23 Millionen Tonnen der weltweit grösste Produzent der gelben Frucht) den Ganges dahingleiten – umrahmt von  peitschenden „Drum’n’Bass“ Vibes, kammersinfonischen Radiowellen, mystischer Tabla-Perkussion und indischen Sokattu-Vocals.

Fazit: Nie war experimenteller Avantgardismus weltmusikalischer als beim aktuellen Projekt von Pia Palme, Electric Indigo und JSX. Die Kompositionen setzen sich nicht – wie bei vielen ähnlichen Produktionen - zusammen durch eine einfache Aneinanderreihung von Tönen & Sounds, sondern vermischen geschickt Emotionen, Spontaneität und Expressionismus.

VÖ: 26.03.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite Pia Palme: http://www.piapalme.at/ 

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SPARKY QUANO “JENGA”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Sparky Quano - Jenga

TITELVERZEICHNIS

1.  Old Dance
2.  Ripple
3.  Sailing
4.  Day By Day
5.  Where Are You Going?
6.  Mission
7.  Mind
8.  Round 1
9.  Jenga
10. Gairoju

Label: Outbreak Records

INSTRU-METAL

Für Fans von: Robert Fripp - Adrian Belew - Buckethead

JAPAN

Zunächst einmal stellt mich die vorliegende CD vor ein Rätsel. Dem spartanischen Cover ist nicht zu entnehmen, um „was“ und um „wen“ es sich hier handelt. In kleiner roter Schrift steht halbrechts in der Mitte „Sparky Quano“, auf dem seitlichen Rücken der CD links oben das Wort „Jenga“ und rechts unten wohl die Artitelnummer samt Label Abkürzung (HOR 10-45). Hmmm.....beim Aufklappen des Covers gibt es auch nicht wesentlich mehr Infos – Outbreak Records ist das Label und der Tonträger kommt wohl aus San Francisco. Eine weitere psychedelische Scheibe, die sich auf die 60er Jahre beruft?

Mitnichten: Der erste Track, den ich höre, bringt den bereitwandigen Sound einer 12saitigen akustischen Gitarre, der Mensch, der das Instrument bedient, beherrscht sein Handwerk und spielt Riffs, Akkorde und Soli wie ich es sonst von den Ausnahmegitarristen Michael Hedges oder Tommy Emmanuel kenne. Bei SPARKY QUANO handelt es sich um ein japanisches „Ein-Mann-Orchester“, das - wie es das inzwischen aufgetauchte Infoblatt verrät - bereits 2008 ein Album veröffentlicht hat. Musikalisch bietet der Mann einen Mix aus akustischem Gitarrenrock, der sich irgendwo auch im ambienten, rockigen, & experimentellen Bereich bewegt.

Highlights des Albums sind der akustische Boogie & Auftakt „Old Dance“, in „Ripple“ überlagern sich mehrere Gitarrenspuren zahlreiche Hallschleifen & artifizielle Flageoletts  sorgen für ambiente & kosmonautische Grundstimmung“. Ebenfalls gut gefällt mir  „Where Are You Going“ – ein mystischer Space-Psychedelic-Rocker, der ordentlich Dampf macht – sämtliche Instrumente (Bass, Schlagzeug, Perkussion, Gitarren) wurden vom Meister selbst gespielt, noch besser ist das elektrifizierte „Mind“, in dem der subtile Mix aus akustischen & elektrischen Gitarren am Besten passt.

Kritik muss aber auch sein: Wer päpstlicher als der Papst sein möchte, wird sich bestimmt ab & an über – vor allem in den ruhigeren Passigen – unsaubere Akkordwechsel mokieren. In „Mission“ ist die Gangart zu schnell, es gibt jede Menge Töne, die einfach „verschluckt“ werden und in manchen Songs hätte ich mir gewünscht, dass der Gitarrist die ursprüngliche Seele der Komposition für sich selbst hätte stehen lassen, anstatt sie mit einer Ladung von Effektgeräten (Flanger- und Chorus dominieren durchwegs) vollzupflastern. Merke: Ein Effektgerät kann auch im Jahr 2012 fehlende Spielkunst nicht einfach wegretuschieren.

Fazit: Musikfans, die hohe Spielkunst als Non Plus Ultra voraussetzen, werden kaum ihre Freude haben an „Jenga“, alle anderen Musikliebhaber, die für ihre Kollektion das aussergewöhnlich Instrumentale suchen, bei dem zudem der Spassfaktor überwiegt, können unbedenklich zugreifen.

VÖ: 05.10.11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/sparkyquano

TOURDATEN

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UTE WASSERMANN “BIRD TALKING”      Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Ute Wassermann - Bird Talking

TITELVERZEICHNIS:

1.  Siamese
2.  Labial Pops
3.  Glottal Song
4.  Multipel I
5.  Multipel II
6.  Trill Territory
7.  Labial Plonks
8.  Subsong
9.  Nightcap

Label: Nurnichtnur
Web: www.nurnichtnur.de

Time:

7:11
4:47
5:45
6:42
8:02
9:07
2:25
4:17
9:06

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VOCAL IMPROVISATION

Für Fans von: Bobby McFerrin - Makiko Nishikaze

DEUTSCHLAND

Bei den ersten Tönen der vorliegenden CD einer gewissen UTE WASSERMANN haut es mich regelrecht vom Hocker und ich rolle mit den Augen, verziehe meine beidseitigen Gesichtswinkel zu einem erstaunten Schmunzeln und mache wohl ein Gesicht wie eine Kreuzung aus Didi Hallervorden und Mister Bean. „Bird Talking“ hat die gute Frau ihr Album genannt und im ersten Track „Siamese“ trällert & trillert sie in hohen, sich fast überschlagenden perkussiv- viebrierenden Tönen, während eine zweite Stimme etwas tiefer – wenn ich die Infos richtig gedeutet habe, ist das auch die Ute – ein bisschen kehlköpfiger summt. „Yuchhu-lu-lu-lu“ und „Jollo-lollo-lollo“ und „mimiming-diminininghi“ und „A-ha-hahahaha-haaaa-ha“ sind nur einige der Gesanxschleifen, die mich in den Bann ziehen.

Was Normalmenschen wohl als komplett „durchgeknallt“ und „bescheuert“ empfinden, sauge ich erst einmal in mich auf und denke an die Musik der afrikanischen Pygmäen, für die ich mich bereits Ende der 80er Jahre interessiert habe – das kleine Volk „singt“ sich mit kurz-trillernden Schreien und ultralaut-gejodelten Kehlkopfpfiffen durch den Urwald und das bereits seit Jahrhunderten. Hier wagt sich eine deutsche Avantgardekünstlerin daran, die Grenzen der menschlichen Stimme auszuloten. Was einst der Jazz Sänger Bobby McFerrin zur Kunstform erhob und dann nach einigen Jahren leider nicht mehr weiter entwickelte, findet hier in den 9 Stücken der CD ihre innovative Fortsetzung. Hier geht es allerdings nicht um Songs oder um das Einbinden von vokalistischen Effekten in einen Song, sondern um hochgradige experimentelle Improvisation. In „Labial Pops“ kreuzt sich ein verärgerter Hahn mit einem blubbernden Gänserich, dazwischen schnattert ein indisches Huhn mit der – sonst von asiatischen Banghra-Experten angewandten – Solkattu-Technik.

In „Multipel I“ wird gegurrt, geflüstert, geschlängelt, gespechtet, gemausert – Augen schliessen und der Zuhörer denkt, er steht im Wald. In den selbigen – aber zur nächtlichen Zeit – lädt „Trill Territory“ ein und in „Labial Plonks“ ist wieder ein indischer Vogel zu Gast und hält ein aufgeregtes Zwiegespräch mit weiteren Piepmätzen, die alle hocherfreut ob ihres weitgereisten Besuchers sind. In „Nightcap“ dürfen sich Musikfans auf den Gesang des bisher nur ganz selten gehörten Gepardvogels freuen, der den Zuhörer mit einem Mix aus kreischendem Miau und heiserem „Ding-Drrrrrrrrr-biau-miau-ming-ning-grrrrr“ erfreut. Eventuell habe ich mich aber jetzt gerade beim Anhören der „Katzenmusik“ zu sehr treiben lassen und das Vieh ist in meiner Phantasie entstanden. Und genau diese Phantasie wünsche ich dem Hörer dieser 9 Tracks – Verstand öffnen – eintauchen – Spass haben.

Fazit: UTE WASSERMANN nimmt den Hörer mit auf eine abenteuerliche Reise durch den menschlichen Kehlkopf – leider wird es nur wenige mutige Menschen geben, die sich auf diese experimentelle Fahrt begeben wollen – „Bird Talking“ zeigt, dass der Einsatz der humanen Stimme in der Musik noch lange nicht ausgereizt ist – ich bin gespannt, ob es irgendwann mal einen Künstler geben wird, der seine Stimme wie ein Soloinstrument in einer Band einsetzen wird. Das Problem dabei ist, dass diese Kunst jahrelanges Üben der Techniken erfordert – und wer hat in der heutigen kurzlebigen Zeit schon die Geduld dafür? Für was werden in unseren Schulen eigentlich die Musiklehrer bezahlt?

VÖ: 2006

Verfügbar: CD

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.moderecords.com/profiles/utewassermann.html

TOURDATEN

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RP BOO “LEGACY”     Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

RP Boo - Legacy

TITELVERZEICHNIS:

01.  Steamidity
02.  Invisibu Boogie!
03.  Red Hot
04.  There U’Go Boi
05.  Battle In The Jungle
06.  The Opponent
07.  187 Homicide
08.  Speakers R-4 (Sounds)  VIDEO
09.  Havoc Devastation
10.  No Return
11.  Robotbutizm
12.  Sentimental
13.  What’Cha-Gonna Du
14.  Area 72

ELECTRO AVANTGARDE

Für Fans von:  Jah Wobble - LCD Soundsystem - Bill Laswell

USA

Toll, dass die musikalische Genre-Vielfalt immer wieder neue Schubladen aufzieht. Der Chicagoer Produzent Kavain Space ist bereits seit den 90er Jahren als DJ aktiv und veröffentlicht seit geraumer Zeit beim Label Planet Mu elektronisch-intellektuelle Musik, die vor allem Liebhaber der musikalischen Untergrundbewegung immer wieder aufs Neue entzückt. Der Urvater des „Footwork“ (steht für synkope, hyperhektische synthetische Beats) ist gerne auch mit dem Künstlernamen RP BOO unterwegs und lässt jetzt mit seinem Album „Legacy“ einen neuen experimentellen Leckerbissen auf die kleine Footwork-Community los.

Steamidity“ blubbert los mit hypnotischen bassloopigen Nadelstichen, ein weltmusikalisches Streicher-Sample wabert in der Mitte des Raumes, im Hintergrund singt sich ein souliger Backing Chor die Seele aus dem Leib, während der Chef mit sonorer, dunkler Stimme, die mich stark an den US Rapper “Arabian Prince” erinnert.

Blaxploitation Klänge eröffnen das darauf folgende „Invisibu Boogie“, dass von rasenden „Drum’n’Bass“ Loops und flackernden Turntable-Scratching eines DJs verziert wird. „Red Hot“ verquirlt schnelle tribale Perkussion mit einem tuckernden James-Brown-Funk-Riff, im DJ-Geheimtipp „There U’Go Boi“ prasseln abwechselnd eiskalte Klang-Kristallsplitter und indisch-sinfonische Bollywood-Fragmente auf das Gehör der begeisterten Avantgardisten. Der afrikanische Wildpfleger Tarzan eröffnet mit gutturalem Gejodel die „Battle In The Jungle“, vor dem Ansehen des Videoclips zum Stück „Speakers R-4 (Sounds)“ sollte sich Musikfans vergewissern, ob sie nicht für eine etwaige Epilepsiegefährdung in Frage kommen und wer sich am schönen Wörtchen „Motherfucker“ partout nicht satt hören kann, der wird dem Track „No Return“ nur allzu verzückt lauschen.

Fazit: Intelligenter Mix aus Electronic, Hip Hop & kammersinfonischem Lofi-Pop – musikalisches Highlight des Jahres für die ”electronic music lovers“ – Community. Wem das gefällt, darf sich zur Gemeinde der elitären Musikhörerschaft zählen, die dem Mainstream Geschmack meilenweit voraus ist. 

VÖ: 28.05.13

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseiten: http://www.planet.mu/artists/arpebu

TOURDATEN

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DASCH2 “SCHLEUDERGANG”     Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Dasch2 - Schleudergang mc

TITELVERZEICHNIS:

01.  Drei Meter Amusement
02.  Gebüsch
03.  Flok
04.  Bei Anruf ... Dasch (1)
05.  (Sittin’ On) The Bionade Bridge
06.  Bilanz 5.1
07.  Have A Bun
08.  Bei Anruf ... Dasch (2)
09.  Bakterium
10.  Daschtronaut

Label: Quadratisch Rekords
Web: www.quadratisch-rekords.de

AVANTGARDE

Für Fans von:  Red Krayola - Snakefinger - James Blood - Frank Zappa

DEUTSCHLAND

Eine CD, die im Waschsalon aufgenommen worden ist. Im Schleudergang. He he. Redaktionswitze, als die vorliegende CD aus dem Cellophan geschält wird. Auch der Name des Labels ist lustig: Quadratisch Rekords. Wer denkt sich so etwas aus? Bevor ich weiter über Sinn & Zweck der CD und des Lebens sinniere, startet bereits das erste Stück im Player – das „Drei Meter Amüsement“ hört sich so skurril an wie das Artwork der CD aussieht. Ungewöhnlich. Harmolodische Gitarrenlicks und Riffs treffen auf eine quäkende Klarinette, die macht was sie will, aber in der Gesamtheit auf keinen Fall zum melodischen Feinschliff der Musik beiträgt. Die Gitarre sägt inzwischen in schrägen Quarten – erinnert mich in diesem Moment – so komisch es klingt – an ein kultiges Instrumental (F*U*B*B*) einer britischen Artrock-Gruppe namens „Wishbone Ash“, die so spielte, als das Wort Artrock noch gar nicht erfunden war. Es gibt noch einen dritten Mann in der Band DASCH2 (kein Witz!) und der ist Schlagzeuger. Beginnt das zweite Stück – entfernt verwandt – wie seinerzeit in den 60er Jahren der Hit „Suzie Q“ von Creedence Clearwater Revival startete, aber bereits nach 26 Sekunden ist der Spuk vorbei, Gitarrist Daniel Scholz haut mit brachialen „Punishment-Of-Luxury“ (‘ne New Wave Band aus den Spät70ern) Akkorden dazwischen, die Bassklarinette von Daniel (noch ein Daniel) Schröder blubbert gefühlvoll-experimental zwischen den Noten, bevor sich dann alle nach 02:04 Minuten zum Heavy-Distortion-Headbänging mit kosmonautischem Space-Flair treffen. „Schleudergang“ ist ein geniales Scheibchen – habt Ihr aber schon bemerkt, sonst würden meine Worte gar nicht so sprudeln wie es hier wieder mal der Fall ist. Avantgarde Rock aus Deutschland hoch Zwei! Saugenial. Erinnert an die Ohio-Band „Pere Ubu“ zu deren besten Zeiten – nur dass hier keiner singt. (ähem – ich würde mich für einen etwaigen Nachfolger anbieten, Junx!).

Raus auss’m „Gebüsch“ – es wird very groovy – die drei Musiker aus Deutschland praktizieren jetzt so etwas ähnliches wie einen Tanzrhythmus – aber nicht etwa für’n langweiligen Tanztee in der Tanzschule, sondern eher für „Frank-Zappa-Fans-tanzen-pogo-auf-der-Bühne-mit-Orks-die-von-Peter-Jackson-beurlaubt-worden-sind“. Egal – die „Flok“igen Hauruck-Riffs machen Spass – jetzt wäre mir ein Gitarrensolo recht – aber (I steh in der Költ´n und woat auf a Taxi..) aber es kummt net. Im leider nur 2minütigen „Bei Anruf ... Dasch“ lässt sich Daniel Scholz nach vergeblichem Anwählversuch auf den „easy-listening“-Vibes seiner Kollegen treiben und spielt dann doch ein wundervolles langsames (alp)traumhaftes bluesiges Solo, hat er meinen Gedankengang vorausgeahnt? Die schrille Ballade „(Sittin’ On) [– nein nicht <on the dock of the bay>, sondern] The Bionade Bridge“ zeigt, dass der Gitarrist auch irgendwo in seiner Jugend von “The Police” Andy Summers beeinflusst worden ist – die Band zieht inzwischen „Bilanz 5.1“ und sitzt gemütlich im Proberaum und berät intellektuell-gefühlvoll, wie’s weiter geht.

FAZIT: Schaukelnde Gitarrenriffs, ein genial trötendes Klarinettenmonster und ein Schlagzeuger, der unbeeindruckt zwischen subversiven Klangwänden herum spaziert. DASCH2 sind so ziemlich die abgefahrenste Experimentalband aus Deutschland, die ich in der letzten Zeit gehört habe. Man stecke Rock, Jazz, Funk und Neoklassik in eine Waschmaschine, drücke auf “schleudern” und heraus kommt die Wundertüte, die hier gerade von Quadratisch Rekords veröffentlicht worden ist. Wenn’s nur so leicht wäre, musikalische Virtuosität muss auch noch vorhanden sein, und die gibt es bei Daniel Scholz, Daniel Schröder und Jonas Pirzer in hohem Masse! Eine Hammer CD, auf die aber wahrscheinlich zutrifft, was eine legendäre Würzburger Jazz Rock Band namens „Munju“ schon in den 70er Jahren auf ihrer 78er LP “Moon You” geweissagt hatte: „Wahrscheinlich hört’s wieder kein Schwein“. Ein Glück, dass unsere Redaktion 2 Jahre nach dem offiziellen Release vom Label mit dieser Perle bemustert wurde.

VÖ: 17.08.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Web: https://soundcloud.com/dasch2  &  http://www.youtube.com/watch?v=MF8cJNYPhFA

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THE RESIDENTS “COOCHIE BRAKE”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

The Residents - Coochie Brake

TITELVERZEICHNIS

1.   Theater Of Shadows
2.   La Noche Called Mi Nombre
3.   Gotta Believe
4.   Rot Of Ages
5.   Outside The Fence
6.   Tied To A Cactus
7.   Crocodile Tears
8.   Dead Man On The Floor
9.   Runaway
10. Bitter Biter
11. Please Don’t Go
12. Lying Horse Rock (nur Limited Edition)
13. West & Kimbrell (nur Limited Edition)

Label: Ralph Records

AVANTGARDE

Für Fans von: Snakefinger - Pere Ubu - The Flying Lizards

USA

Wenn eine Truppe gibt, die man als musikalische Avantgarde Legende bezeichnen darf, dann sind es THE RESIDENTS aus dem sonnigen Kalifornien. 1974 haben die Musiker ihr damals nur in Insiderkreisen beachtetes Debut Album veröffentlicht – international wurde die Fachwelt zum ersten Male im Jahr 1979 auf die ungewöhnliche Musik des Kollektivs aufmerksam, das Album „Eskimo“ wurde auch (zu Recht) in den deutschen Musikmagazinen „musikexpress“ und „Sounds“ bis in die höchsten Töne gelobt.

„Coochie Brake“ heisst der neue Output der RESIDENTS und natürlich gibt es auch hier wieder die bizarren Klänge & ungewöhnlichen Arrangements sowie ein obskures Sammelsurium an Ideen aus den unterschiedlichsten Musikstilen. Im „Theater Of Shadows“ befinde ich mich in einem verlassenen, heruntergekommenen Kinosaal und werde mit den Erinnerungen einstiger glanzvoller Zeiten, mit denen mich die umherschwirrenden Seelen konfrontieren möchte, zugeschüttet. „La Noche Called Mi Nombre“ wartet mit mystischen Latino-Sounds auf, die auch gut in jeden Soundtrack zu einem Film über die mexikanische Massenmörderstadt „Juarez“ gepasst hätte. In „Rot Of Ages“ vermischen sich hypnotische Stammestrommeln mit tuvanischem Kehlkopfgesang.

Fazit: Wer THE RESIDENTS von früheren Platten kennt, wird den innovativen Kick vermissen, wer aber Spass daran hat, sich zur extraordinären Multikulti-Klangvielfalt treiben zu lassen, wird belohnt mit einem 70minütigen Soundtrack, bei dem man wie in „Tied To A Cactus“ das Augenzwingern der praktizierenden Musiker hören kann. Das Album gibt es als CD, digitales Album und ebenfalls als Vinyl- Schallplatte, deren Edition einen Code für den Download der digitalen Kopie enthält. Die Limited Edition beinhaltet eine zweite Disc mit 2 Stücken: „Lying Horse Rock“und das 20minütige „West & Kimbrell“. Beide erinnern mich am ehesten an vergangene Residents-Zeiten aus den Anfängen der 80er Jahre.

VÖ: 13.01.12

Verfügbar: CD & Limit. Edition & Vinyl & digit. Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.residents.com/home/

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ICTUS ENSEMBLE “LABORINTUS II”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE

Empfehlenswert für unternehmungslustige offene Ohren & Seelen

BELGIEN

Seitdem ich mich in den belgischen Charts herumtreibe, nehme ich oft Kontakt zu dortigen Musikern, Bands und Labels auf. Vermehrt kommen von dort Promos, das meiste ist im Electronic Bereich angesiedelt, dieses Mal gibt es Interessantes aus der Avantgarde Szene. Im ICTUS ENSEMBLE spielen Freigeister, für die es keine Grenzen gibt, sei es im experimentellen Bereich oder in der Neo Klassik. Für das Mini Album „Laborintus“ hat sich die Formation um Dirigenten GEORGE-ELIE OCTORS mit MIKE PATTON, dem Songwriter der Rock Gruppe „Faith No More“ zusammengetan und gemeinsam haben sie einen wilden Mix aus Musical Extravaganz und avantgardistisch-düsteren Ballet-Klängen kreiert. In zweitem Part der dreigeteilten Kompositionen hört es sich an, als ob ein spanischer Marktschreier für die nextgelegene Taverne wirbt, während im Hintergrund jeder der Orchesterbesetzung macht, was er gerade möchte.

Ictus Ensemble - Laborintus II

VÖ: 20. 08. 12

Verfügbar: CD &  digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.ictus.be/  &  http://vimeo.com/ictus

TOURDATEN

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THE GASMAN “HIDING PLACE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

NEO KLASSIK

Für Fans von:  Olafur Arnalds - Conlon Nancarrow - Terry Riley

ENGLAND

Hinter dem Pseudonym THE GASMAN ist der englische Elektronikmusiker Christopher Reeves aktiv. Er präsentiert sein 15. Album - während der 53 Minuten habe ich nicht eine Sekunde Langeweile empfunden. Im Auftakt „G. O. L.“ schmettert der Komponist dem Zuhörer Piano-Klang-Kaskaden regelrecht um die Ohren, im zweiten Track „Meme“ geht es nicht weniger lebhaft zu – es hört sich an, als ob ein ganzes Kammerorchester miteinander musiziert. Konzentration ist unbedingt erforderlich beim Anhören der 12 Stücke, aber wer sich auf die Musik des Elektronikers einlässt, wird belohnt von einer wilden Achterbahnfahrt mit Loops & sich mehrfach überlagernden Keyboards. Wen die ewig gleichklingende Mainstream Klassik krank macht, bekommt mit dem Progressive Piano Album „Hiding Place“ eine erlösende neoklassische Spritze, die opulentes Hörvergnügen auslöst.

The Gasman- Hiding Place

VÖ: 25. 03. 12

Verfügbar: CD &  digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.planet.mu/artists/The_Gasman

TOURDATEN

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BUCKETHEAD “BALLOON CEMENT”      Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Buckethead - Balloon Cement

TITELVERZEICHNIS:

1.  Balloon Cement
2.  Red Water Colors
3.  Transport Void
4.  Thistle Museum
5.  Alligator Eye Viewer
6.  Veil Of Tinfoil
7.  Chestplate
8.  Vast Mound
9.  Replacement Nail
10. Shatter Shell
11. Bridge To Borg
12. Evaporte

Time:

3:07
3:47
0:46
0:46
1:59
4:35
1:18
2:06
4:12
5:02
0:55
1:38

AVANTGARDE ROCK

Für Fans von: Jimi Hendrix – Steve Vai – Frank Zappa – Frank Marino

USA

Der Gitarrist Brian Patrick Carroll ist der Fachwelt meist nur mit seinem obskuren Bühnennamen BUCKETHEAD bekannt. Mitte der 80er Jahre wurde er erstmalig im besten Gitarrenmagazin der Welt (das US Magazin „Guitar Player“) vorgestellt, damals trug er auf dem Foto, das ihn abbildete, eine Gitarre und einen Eimer auf dem Kopf. Der Mann ist mittlerweile zu internationaler Reputation gekommen durch seine Aktivitäten bei Guns N’Roses und durch seine extravaganten und gleichzeitig exzellenten musikalischen Eskapaden und er veröffentlicht auch seit einigen Jahren fast jedes Jahr um die 4 bis 5 Alben unterschiedlichster Güte. „Balloon Cement“ ist sein 36. Studio Album und nach den experimentellen Exzessen der letzten Veröffentlichungen (auf „Spinal Clock“ gab es nur avantgardistische Banjo-Gitarren-Songs) brettert er im ersten Stück, dem Titelsong, gleich los wie es Steve Vai zu seinen besten Zeiten getan hat. Des weiteren gibt es: Rasende schnelle Soli über alle Lagen des Gitarrenhalses, quietschende und jagende Feedback-Orgien, die sich teilweise anhören wie abstürzende Stukkas sowie jede Menge Acid-Tekkkno-Loops, die suggerieren, dass neben dem Haus ein Raumschiff gelandet ist.

In „Red Water Colors“ gibt es Drum-Machine-Gerumpel, das sich anhört, als ob ein überdimensionaler Shredder 4 riesige Fabrikhallen gleichzeitig einstampft. In „Transport Void“ hat der Gitarrist Spass mit dem Toggle Switch (der Umschalter zwischen den Tonabnehmern), mit „Alligator Eye Viewer“ gibt’s einen Heavy-Fusion- Rocker und im zweitlänxten Stück „Veil Of Tinfoil“ steigt der Blecheimer auf den Besen & schwingt sich in spacige „robin-trower’sche“ Sphären und lässt am Ende einen gleissenden Solo aus den imaginären Wolken tropfen.

Fazit: Ein 30minütiger Strahl für Heavy Rock Gitarristen oder talentierte „Air Guitar Maestros“ auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Musik, wie sie heute ein Jimi Hendrix spielen würde, wäre er noch unter uns. Aber vielleicht trägt Brian Patrick Carroll deshalb einen Eimer auf dem Kopf, weil er in Wirklichkeit James Marshall Hendrix ist  und es einfach vergessen hat. Die kurze Spielzeit hat mich gar nicht gestört, weil ich mir das Album gleich mal 4 x hintereinander gegeben habe. Tipp: Eimer auf den Kopf setzen und laut hören! Wer allerdings strukturierte Songs mit Airplay-Charakter sucht, wird diese Platte nicht kapieren und legt sich lieber selbst in die harmlosere Joe-Satriani-Schublade hinein.

VÖ: 14.04.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.bucketheadland.com/  &  http://de.wikipedia.org/wiki/Buckethead

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PALME / JSX / UCHIHASHI “SUBITIZED”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Palme - JSX - Uchihachi - Subitized

PRODUKTIONSNOTIZEN:

Tracks:

1.  Transient Opulence 29:18
2.  Noneuclidian Labor 37:15

Label: ein klang_records
Webseite: www.einklangrecords.com

Personelle Besetzung:

Pia Palme: feedbacktubes, bassrecorder, electronics
JSX: turntables
Kazuhisa Uchihashi: electric guitar, daxophone

Aufgenommen wurden die Tracks im “Echoraum” in Wien an einem Freitag, dem 27. Oktober 2006. Die Webseite der Location: http://esel.at/location/128

Produktion: Pia Palme & Jorge Sanchez-Chiong

AVANTGARDE

Für Fans von: Henry Kaiser -  Sonny Sharrock - Neoplant

ÖSTERREICH

Bereits in den ersten zwei Minuten passiert so viel wie auf manch anderen Platten während einer halben Stunde. „Dut-Dut-Dut-Dutttudutt-Dut! – Entenklänge tröten zart zu wühlenden Synthesizer-Loops und verachtungsvoll kratzenden Bratschen, dazwischen würgt ein Protagonist halbe- oder gar vierteltöne aus seinem Hals, das „Daxophon“ von Kazuhisa Uchihashi versucht sich verzweifelt einen Weg zur Oberfläche des Ohrs zu bahnen und von links jodeln irgendwelche Pygmäen mit ihren sukkulenten spitzen Rufen.

Genauso geht es auch munter weiter während der insgesamt 66 Minuten, in denen Pia Palme, JSX und Kazuhisa Uchihashi (der Mann heisst tatsächlich so) den Hörer erstaunt sitzen lassen auf der Suche nach sich selbst. „Transient Opulence“ nennt sich der erste 29minütige Track, von Komposition wage ich einmal nicht zu sprechen, weil es wohl gar nicht möglich sein dürfte, diese skurrile Soundvielfalt zu skizzieren. Zu einem stehen, schrill- elektronischen Ton zirpt der Japaner auf seiner elektrischen Gitarre mit ungewöhnlichen zerlegten Akkorden, die sich zu einem aus verminderten Quinten und dann wieder aus Vierteltönen der javanesischen Pelogtonleiter zusammensetzen. Mittlerweile habe ich einen pfeifenden Ton im Ohr – könnte aber auch eine Kaffeekanne sein und die Befürchtung, dass sich der Tinnitus selbst inszeniert hat auf merkwürdige Art und Weise, bestätigt sich nicht. Nach 11 Minuten ist es dann endlich soweit: Das lang erwartete Raumschiff landet, aber bereits 30 Sekunden danach werden meine neugierigen Gedanken ad absurbum gelegt, denn das wilde Blubbern und die aufgeregten Sprachfetzen, die jetzt von überall herzukommen scheinen, lassen mich eher an ein Unterseeboot denken, dass gerade vor mir auftaucht. Der Steuermann spielt ein doomiges übersteuertes Gitarrensolo, das aber trotzdem angenehm im Hintergrund bleibt, weil sich inzwischen ein technoides industrielles & monströs-noisiges Klanggewölbe aufbaut.

Nach 20 Minuten wird mein Ohr von wilden rauschenden Einschlägen strapaziert, die sich anhören, als ob ein stockbesoffener DJ die Nadel vom Plattenteller aufhebt und in rhythmischer Folge radikal – bei voll aufgedrehtem Lautsprecher – von oben wieder auf das Vinyl fallen lässt. Am Ende des Stücks dominieren elektronische Schleifen zu harten rhythmischen Krachsynkopen, die von einem unmusikalisch pfeifenden Vogel kommentiert werden. Die „Musik“ ist ungewöhnlich – “absofuckinglutely” ungewöhnlich! Innovativ radikal.

Fazit: In Würzburg gibt es einen Plattenladen namens H20, in dem es jede Menge gebrauchter CDs, DVDs und Vinyl-Schallplatten gibt. Einmal im Monat lasse ich mich dort sehen und mein erster Weg führt mich wie hypnotisch angezogen zum Regal mit den Avantgarde-Scheiben. Mit dem silbernen Scheibchen “Subitized” habe ich wieder einmal ein wirkliches Schätzchen für meine Sammlung gefunden - ein Schätzchen, mit dem ich aber wohl meine experimentelle Weltanschauung leider alleine teilen muss, weil es wahrscheinlich ausser mir niemanden gibt, der sich diesem genialen Stoff öffnet. Oder doch?

VÖ: 01.01.07

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Web Pia Palme: http://www.piapalme.at/ 
Web Kazuhisa Uchihashi  http://homepage.mac.com/innocentrecords/kazuhisa_uchihashi/HOME.html

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”THIS FRAGILE MOMENT”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

This Fragile Moment 2009

In diesem Fall gleich das Fazit zu Beginn dieser Zeilen: Musikfans, die nichts übrig haben für Experimentelles, können gleich wegklicken oder nach unten scrollen. Die Musiker Arvo Urb (drums & percussion), Robert Jürjendahl (guitar & electronics), Toyah Wilcock, (vocals & poetry), Markus Reuter (guitar & electronics) & Chris Wong (bassguitar) spielen sensationelle Musik, die leider nie den Stellenwert erfahren wird, der ihr eigentlich zukommen sollte. Mensch, Leute! Seid offen für so etwas und unterstützt diese Künstler, indem Ihr etwas für deren Bankkonto tut und die Platte kauft. Es ist eine CD mit 9 Tracks, in denen es langfristig viel zu entdecken gibt. Eine Kopfplatte für Musiker & intellektuelle Hörer. Wer sich für die Spieltechnik von Markus Reuter auf der Touch Guitar interessiert - der Link steht unten!

AVANTGARDE

Für Fans von:  Buckethead  - King Crimon - The Red Crayola

DEUTSCHLAND

Watt für ‚ne abgedrehte Platte! THIS FRAGILE MOMENT – der Name der Gruppe/ des Projekts/des oder der Musiker(in) hat mir gar nichts gesagt. Rauf auf den Stapel, bis die CD an der Reihe ist. Dann beim ersten Hören fällt mir der Name Toyah Willcox mitten ins Gesicht. Mann, von der habe ich sogar noch einige Platten aus den späten 70er Jahren! Wo war die Dame denn die ganz Zeit gewesen? Und als ich den Namen Markus Reuter lese, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Den Musiker habe ich im April 2010 auf der Musikmesse in Frankfurt kennen gelernt. Aber zur Musik: „Stones“ ist ein verstörender (gleichzeitig atemberaubender) Track mit Gitarrenspuren, die ein bisschen den „Frippertronics“ ähneln (Insider wissen, wovon ich hier spreche), wie sie der ehemalige King Crimson-Crack Robert Fripp entwickelt hat. Dissonant und avantgardistisch nimmt der Song Fahrt auf, schwebende Akkorde zwitschern rechts & links aus den Lautsprechern, Toyah stammelt, haucht, „miaut(!)“ sich durch 5 ½ Minuten musikalischen Minimalismus. Mit von der Partie sind o. a. Markus Reuter, der die „Touch Guitar“ spielt, Arvo Urb an Drums & Perkussion (hat seinen ersten Auftritt im zweiten „Break The Mould“) – hervorragender Schlagzeug-Sound, der an die Transparenz der früheren Enya-Jazz-Scheiben erinnert (Enya = Label aus Deutschland). Chris Wrong setzt nach 1 Minute flirrender Becken-Arbeit ein mit markanten Bass-(Double)- Stops. Ein ambientes Soundgewölbe hat sich um die Rhythmusstruktur gebildet und die elektronischen Effekte, die von Markus Reuter kreiert worden sind, zucken ekstatisch zum spacigen Klang. Lust auf ein neues Genre? Sci-Fi- Prog-Robot-Rock und das alles gewürzt mit einem Hauch Dadaismus! Pink Floyd fällt mir ein, als am Ende kreischendes Feedback im Raum steht, während sich nichts mehr bewegt (die älteren Cracks unter Euch kennen bestimmt den vorüberfahrenden Zug auf der Platte „Atom Heart Mother“ – hier war es wieder kurz zu hören!)

Don’t Even Try“ – Reuter spielt Quarten, Sexten und Quinten gleichzeitig – alles klar? „Don’t Do It If You Can’t – Don’t Even Try“ haucht Toyah, als ob sie meine Gedanken erraten hat. „Ist gut, babe!“ – ich lasse meine Gitarre zunäxt im Halfter und geniesse weiter: Diesen „outstanding“ Track,  zu dem ich nur den Kopf schütteln kann, so genial ist er! Robert Jürjendal ist der zweite Gitarrist, der gerade die Wah-Wah-Gitarre im rechten Kanal bedient. „Come On – Get Real If You Feel It“ meint Toyah – inzwischen ist das Stück zum expressionistischen Groove angewachsen. Schade, dass die Infos zur Promo-CD sehr spärlich sind, ich hätte gerne mehr erfahren über die poetischen Texte, die von der Sängerin beigesteuert werden. Charmant ihr humorvolles britisches Englisch! „What I Think About Laughter? I Think Laughing Is A Way With The Mouth Just Shit.”

Es gibt auch ruhige Momente (“Fragile” & “Blow The Pain Away”), für die ich mich im Moment des ersten Hörens jedoch  nichts erwärmen möchte – aber die nächste exzessive Trommelfell-Strapaze wartet bereits auf den aufgeweckten Musikhörer. Quietschende Scharniere, Blech klingt auf rostigem Blech, ich komme mir vor wie in einem gruseligen Soundtrack inmitten einer unübersichtlichen Lagerhalle und erwarte, dass ich mich jeden Moment „etwas“ von der Seite anspringt. Neugierig taste ich mich trotzdem vorwärts und nach 3 ½ Minuten treffe ich wieder auf Toyah Willcock, die mir erzählt, sie sei „Born Broken“ – ist sie meine Schwester im Geiste? Muss ich fast befürchten, weil mir dieses experimentelle Durcheinander sehr gut gefällt und ich fast schon wieder traurig bin, als die abenteuerliche Klangreise durch das Experiment „This Fragile Moment“ nach 48 Minuten beendet ist.

VÖ: 01.02.10

Verfügbar: CD &  digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Infos zum Album: http://en.wikipedia.org/wiki/This_Fragile_Moment
Webseite von Markus Reuter: http://www.facebook.com/olderthangod
Webseite von Toyah Wilcock: http://www.toyahwillcox.com/
Webseite der Firma touch guitar: http://www.touchguitars.com/

TOURDATEN

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GRAMMY GEWINNER KITARO FÜHRT DEN ZUHÖRER IN MAGISCHE KLANGWELTEN

KITARO “SACRED JOURNEY OF KU-KAI Vol 4”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Kitaro - Sacred Journey Of Kuk-Kai Vol 4

Masanori Takahashi ist Musikfans wohl meist nur durch seinen Künstlernamen KITARO bekannt. Seine erste Begegnungen mit dem “Soul und Blues” der 60er Jahre veranlassten ihn, sich das Gitarrenspiel autodidaktisch bei zu bringen. Später stieg er um aufs Keyboard, war bis in die späten 70er Jahre im Umfeld von “Tangerine Dream” und “Klaus Schulze” tätig. Im Jahr 1978 gab es sein Solo Debut Album “Ten Kai”, das ihn sofort zu einem der Lieblinge der stetig wachsenden New Age Community  werden liess. 2002 gab es die bisherige Krönung: Mit seiner CD “Thinking Of You” hat KITARO den Grammy in der Rubrik “Best New Age Album” gewonnen. “Sacred Journey Of Ku-Kai” ist der vierte Teil einer im Jahr 2003 begonnenen Serie. Die ersten Eindrücke der neuen CD:

NEW AGE

für Fans von: Andreas Vollenweider - Vanessa-Mae - Shadowfax

USA

Ich sitze inmitten eines japanischen Garten auf einer Lichtung. Ich höre plätscherndes Wasser – in der unmittelbaren Nähe begrüssen dezente Gong Schlag den beginnenden Tag- und vernehme eine sanfte, melancholische; von einer Shakuhachi (japanische Bambusflöte) gespielte Melodie, die den luftleeren Raum esoterisch erfüllt. Die Sonne geht auf, der erste Sonnenstrahl bricht durch die Baumwipfel - aufgeregt  und geschäftig flattern bunte Kolibris umher. „Lotus Mountain“ verbreitet friedliche Morgenstimmung.

Fortbewegend aus dem japanischen Garten streift „Yakushi“ ein paar Kirschbäume, bewegt sich aber zielstrebig in die Richtung indischer Sitarklänge. Hier entsteht vor dem geistigen Auge (hier spricht ein „Dschungelbuch- Fan“) eine Kolonne, die sich durch den Dschungel bewegt, angeführt von riesigen Elefanten, auf denen der “Radscha von Kitaropur” mitsamt seinem Hofstaat sanft wiegend zur Audienz im nahe gelegenen benachbarten Fürstenstaat getragen wird. Und wenn sie nicht angekommen sind, schaukeln sie noch heute.

Magic Seeds“ ist noch langsamer, noch tiefgründiger und chilliger als die vorangegangen beiden Kompositionen, lässt den Spannungsbogen trotzdem anschwellen, weil die Musik hier dramaturgischer gestrickt ist. „Reflection Of Water“ streift mysteriöse Welten, kryptischer Solo Gesang kommt  hinzu, die Musik klingt unterirdisch gut, als ob sich die Musikanten in einem riesigen Kellergewölbe eingebuddelt haben.

In „South Wind“ lässt KITARO den Zuhörer an einer Wanderung durch Tolkien’s Wälder teilhaben. Die Elben schweben/huschen mit himmlisch-sakralen Gesängen über den kaum wahrnehmbaren Pfad. Luftig, leicht, die weissen Gewänder flattern im Wind, der aber seltsamer Weise physisch gar nicht wahrnehmbar ist. Wunderbare Nummer, die beste bisher auf der CD. Tolles Stück für alle Andreas Vollenweider Fans!

Im leider nur 4minütigen „Ritual Winds“ verarbeitet KITARO die Einflüsse seiner vielfachen Reisen durch die Kontinente. Die perkussive Luftigkeit indischer, rasender Tablas trifft auf schwermütige, wunderschöne Melodiebögen der arabischen Musikkulturen.

VÖ: 14.09.10

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.kitaromusic.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

YUI ONODERA “ENTROPY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AMBIENT

Für Fans von:  Deuter - Steve Roach - Velehentor

JAPAN

Musik, die man zur stillen Stunde geniesst. Musik, die ich gleich setzte mit den gruseligen und experimentellen Ergüssen von Tangerine Dream (hier denke ich an die 70er Jahre Platte “Rubicon”. 47 Minuten lang zelebriert der 28jährige japanische Avantgarde Musiker YUI ONODERA experimentelle Stille. Einsame Langsamkeit ist stilvorgebend in diesen wundervollen 10 Kompositionen, die allesamt den Titel “Entropy” tragen und von 1 - 10 durchnumeriert sind. Musik, in der man “versinken” muss. Elektronische und meditative Musik. In Tracks wie “Entropy 06” setzt der Selbstfindungsprozess ein, wenn man sich der Klarheit des Dargebotenen hingibt, eintaucht in die atmosphärische Dichte des schwebenden Sounds, der wie eine Regenwolke davon schwebt und als erhellender Sonnenstrahl seinen Weg zurück in die Seele des Hörers findet. Als Gott die Welt erschaffen hat, muss ihn dieser Soundtrack wesentlich beeinflusst haben.

Yui Onodera - Entropy-Cut_1

VÖ: 21.05.10

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/yuionodera

TOURDATEN

INFO: In der experimentellen Szene ist der japanische Musiker YUI ONODERA länxt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seine Kompositionen und CDs wurden bereits in diversen europäischen Ländern veröffentlicht und dienen seit einigen Jahren sogar den TOP Remixern aus Grossbritannien als Grundlage für deren Dancefloor-Remixe. Seinen Durchbruch erzielte der Komponist durch sein Mitwirken beim renommierten jährlich stattfindenden Melaka Art & Performance Festival in Malaysia, das auch im Jahr 2010 mit einem aussergewöhnlichen Programm aufwartet: http://www.melakafestival.com/html/artist.html

 

 

 

 

 

 

 

 

ZEBRA “LIVE IN LEUGEN”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

ELECTRONIC ROCK

Für Fans von:  Joy Division - Legendary Pink Dots

NIEDERLANDE

Eine Demo-CD, die rund 5 Wochen auf ihren Einsatz gewartet hat. Insgesamt gibt es (leider nur) drei Stücke bei einer Spielzeit von 35 Minuten - die CD soll es auch nur in einer limitierten Demo-Version von 200 Exemplaren geben. ZEBRA sind die beiden niederländischen Musiker Roel Meelkop und Frans D Waard, die diese Aufnahmen während eines Auftrittes in Leugen mitgeschnitten haben. Denkt man auf den ersten Blick, wenn man das Cover ansieht. Aber weil das schöne Wörtchen “Leugen” wörtliche übersetzt “Lüge” heisst und auch seltsamer Weise kein Publikum zu hören ist, kommt man den beiden Hauptpersonen schnell auf die Schliche. Fazit: Das 14minütige hypnotische Trance-Electronic-Rock-Stück “Muesings Are Jest The Start” und auch das geisterhafte minimale “Urgges Are Looking For You” sind musikalische Drogen, von denen man einfach nicht genug bekommen kann. Wo bleibt der Longplay?

Zebra - Live In Leugen Limited Copy

VÖ: Juni 2010

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/thu20 (das Noise-Rock-Projekt von Roel Meelkop)

TOURDATEN

INFO: Roel Meelkop hat in Rotterdam visuelle Kunst studiert und begann, sich währenddessen auch für synthetische Musik zu interessieren. Erste Erfahrungen sammelte er in der  Synthrockgruppe “Rialto”, wenig später war er selbst solistisch tätig unter den Pseudonymen “Mailcop” und “Happy Halloween”.  Wenn er seine minimalen Technoloops konzipiert, sind es oft vierzig bis fünfzig verschiedene Spuren, die er in mühsamer Kleinstarbeit zusammenfügt, einige dieser “Ghost Tracks” können hier angehört werden: http://www.archive.org/details/lm06

 

 

 

 

 

 

 

 

WULGATA “RESSURECTION OF THOSE DAYS”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

DARK AMBIENT

Für Fans von: Teufelsbeschwörungen - Voodoo-Zeremonien

POLEN

Didgeridoos und andere ethnische Instrumente waren bisher meistens Bestandteile von Worldmusic-Produktionen oder irgendwelcher Pseudo-Trash-Kopien. Die Bekanntschaft mit dem polnischen Musikprojekt Wulgata bietet Hörern die Möglichkeit, in eine völlig fremde düstere Welt ein zu tauchen, die sich mit archaischen musikalischen Werten auseinander setzt. Wulgata würzen ihre elektronischen Kompositionen mit rückwärts laufenden Stimmen-Loops, die unheilschwanger im Raum schweben und bei richtiger Atmosphäre dafür sorgen können, dass Zartbeseitete ängstlich das Weite suchen. Sehr düster das ganze. Wer sich für Black Metal oder ähnliche Musik interessiert, wird mit Wulgata und dem unten angegebenen Link zum misanthropischen polnischen Label Beast Of Prey den Einstieg in eine neue finstere Welt finden.

Wulgata - Ressurection Polen

VÖ: 10. 02. 09

Verfügbar: CD (Import)

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Die gruseligen Licks: http://www.myspace.com/wulgata  oder  http://www.beastofprey.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

DUNKLE MUSIK AUS DEN FINSTEREN WÄLDERN NORWEGENS

WARDRUNA “GAP VAR GINNUNGA”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Wardruna - Gap Var Ginnunga

Eine der interessantesten Gruppen, die mir in der letzten Zeit untergekommen: WARDRUNA aus Norwegen. Nordische Folkmusik und archaische Kulturen bündeln im traditionellen Ethno-Mix. Die Instrumente, die gespielt werden, sind ausschliesslich historische. Die komponierte Musik ist abhängig von Runen, die sich auf den Ort beziehen, an dem die CD aufgenommen wurde. Das Album ist das erste einer geplanten Trilogie. Das musikalische Konzept interpretiert die nordische Runen- Magie. Nekro Troll, ein norwegischer Journalist, hat eines Tages herumgesessen und sich bei youtube vergnügt, als er durch Zufall von der Thematik WARDRUNA vereinnahmt wurde. Zu ihm habe ich bereits seit den 90ern Kontakt, was lag ihm also näher, als mich über seinen sensationellen Fund zu informieren.

DARK WAVE

für Fans von: Ostara - Hagalaz Runedance - Sonne Hagal - Orplid

NORWEGEN

 Das Thema ist ein Fass ohne Boden und ich will an dieser Stelle gar nicht weiter darauf eingehen - nur soviel: Runen hatten mich bereits als 14jährigen fasziniert, als mir damals in der lokalen Stadtbücherei ein Buch in die Hände gefallen ist. Einige Tage später ist es mir bereits gelungen, mittels Zaubersprüche einen Fluch über meine Stenographielehrerin zu legen, die sich daraufhin unsterblich in mich verliebt hat.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in Europa die unterschiedlichsten Runenalphabete entwickelt. Eine Runenreihe nennt man Futhark. Das ältere Futhark, auf das sich die Musik von Wardruna beruft, besteht aus 24 Runen. Der Name interpretiert dabei die ersten sechs Runen. Die vorliegende CD präsentiert die ersten 8 Runen. Wer mehr in die Thematik eintauchen möchte: www.runenkunde.de 

Zur Musik von WARDRUNA: Der Nebel lichtet sich, in der Ferne sieht man die ersten Masten, es ist kalt an diesem Morgen, der Tag nach der Seeschlacht und das Schiff von “Hagal” steuert auf den heimatlichen Hafen zu. Am Bug steht ein langmähniger Bär von einem Mann, an seiner Streitaxt, die vom Gürtel baumelt, klebt das verkrustete Blut seiner Feinde (Dieter Bohlen, Phil Collins, Ralf Siegel, Rudolf Schenker).

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt beim Genuss der Songs von WARDRUNA. Gutturale Kehlkopfgesänge, flüsternde Stimmen (der Götter?), neben allen plakativen Stimmungsbeschreibungen dieses sensationellen Werkes ist “Gap Var Ginnunga” vor allem auch eine esotherische Platte, die Ruhe ausstrahlt, als wundervolle Therapie am Abend eines stressigen Tages.

Maultrommeln, Bodron-Trommeln und Frauengesänge, die mich in “Bjarkan” ganz stark an die in den 80er Jahren in Mode gekommenen “bulgarischen Frauengesänge” erinnern. Man könnte sich aber genauso in der weiten mongolischen Steppe befinden. Faszinierende unheimliche Klänge (Windschleuder), die aus einem ultra-Horror-Film stammen könnten, gibt es im kurzen “Thurs”, traditionelle kultische Gesänge in “Jara”, eine liebliche süsse verführerische Stimme aus den tiefen Wäldern in “Algir - Tognatale”.

Die Stimme lockt Dich, Du stehst auf - gehst Ihr entgegen und wirst eingelullt von schamanischen Chorgesängen, die umrahmt werden vom aufkommenden Unwetter, Donnergrollen, Wolken ziehen auf, Regen liegt in der Luft - aber Du bist gefangen in der mystischen Welt, der Du dich nicht entziehen kannst. Die Musik schwillt an zum Crescendo. Hypnotische Trommeln führen Dich zum Gipfel. Du streckst beide Arme aus, schliesst Deine Augen und willst nur noch davon fliegen.

FAZIT: Ein seltsames Gefühl macht sich in mir breit beim Anhören dieser mystischen Songs von WARDRUNA: Das letzte Mal, dass mich solche eine geisterhafte Stimmung  elektrifziert hatte, war im Jahr 1986 gewesen, als mir der Soundtrack zum Film “Der Name der Rose” in die Hände fiel. Wem diese Musik gefallen hat, der sollte hier zugreifen, denn er bekommt mit der CD der norwegischen Formation ein Stück zeitlose musikalisch düstere, geheimnisvolle und gleichzeitig wunderschöne friedliche Stimmung ins Haus.

VÖ: 23.01.09

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Website: www.wardruna.com   und www.myspace.com/wardruna      

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

STØR “BOUILLA BAISSE”     Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Stoer - Bouillabaisse

TITELVERZEICHNIS:

01.  Butzbach Cruisin’
02.  Jesus & Das Fohlen
03.  (Sittin’ On) the Bionade Bridge
04.  Florian Kringe hat mein Mädchen geküsst
05.  E.R.I.P.
06.  Danze!
07.  Jack The Swinger
08.  Mexican Mushroom Riddim
09.  Kaffeee

Label: Quadratisch Rekords
Web: www.quadratisch-rekords.de

KRAUT JAZZ

Für Fans von:  The Lounge Lizards - Kazutoki Umezu - Gutbucket

DEUTSCHLAND

Sägende Elektrogitarren jagen mit einer aufmüpfig trötenden Trompete um die Wette, eine Gitarre lässt sich das nicht bieten und doppelt unisono die Phrasierungen des Bläsers. Die verzerrten Klänge eines elektrischen Pianos und der akkordzerlegende Bassist sind der Beweis, dass es sich hier um mindestens ein Quartett handelt. Halt – stimmt nicht ganz - den Schlagzeuger, der seine Synkopen dazwischen haut, darf ich natürlich nicht vergessen. Am Ende des ersten Tracks treffen sich alle Protagonisten noch einmal laut & wuchtig mit „red-hot-chili-gepfefferter“ Extravaganz und „Mahavishnu-funkigen“ Phrasen, bevor alles sein Ende findet mit einem knackigen Stop.

Genau so lebhaft durcheinander wie die Beschreibung des ersten Stücks gestaltet sich das Anhören von „Bouillabaisse“, dem gesamten Album des Quintetts Band STØR aus Deutschland. Die Musiker tummeln sich in ihrer Bühnenkleidung auf dem Cover der CD, mittlerweile hauen sie mir den nexten Neo-Fusion-Jazz-Track „Jesus & Das Fohlen“ virtuos um die Ohren. Fies: Das mit dem Rhodes verursachte Glöckchenklingeln, das sich fast so anhört wie die Türklingel zu den Redaktionsräumen führt mich ständig in Versuchung, zur Tür zu gehen, um nachzusehen, ob die nette Postbotin wieder ein neues Promopäckchen gebracht hat.

Simon Dötsch (Trompete), Daniel Scholz (Gitarre), Claus Escher (Klaviatur), Xaver Fuchs (Bass) und Pit Marquardt (Schlagwerk) spielen in STØR – und sie spielen eine exquisite Mischung aus psychedelisch angehauchtem Krautrock der 60er Jahre und überbordendem Neo Fusion Jazz – ich fabriziere hier einfach mal den Begriff intellektueller Krautjazz, der keine Rücksicht nimmt auf vorherrschende Strukturen – Musik, die aus der Seele der Aktivisten quillt und zwar komplex klingt aufs Erste, aber doch so einfach zu verstehen ist.

In „Florian Kringe hat mein Mädchen geküsst“ lässt Xaver Fuchs seinen Bass rollen, dass es sich anhört, als ob gerade der Auspuff eines Motorbikes über die Landstrasse düst, Ob’s ein Kompliment für das ”gequälte” Mädel ist, mag mal dahin gestellt sein – Fakt ist, dass der gute FK mal bei Borussia Dortmund gespielt hat, für ein paar schöne Tore gesorgt hat und dann von einem (be)klopp(ten) Trainer ausgemustert worden ist. Die Vögeln, die am Ende zwitschern, mag jeder interpretieren wie er will - ein Busserl muss ja nicht immer das Ende einer Geschichte bedeuten – wir sind hier schlussendlich nicht in einem Märchen der Gebrüder Grimm, oder?

FAZIT: STØR spielen „Red Hot Chili Jazz“ für intellektuelle Avantgardisten. Die fünf Musiker spazieren ungeniert durch einen wilden Mix aus verschiedenen Gattungen und generieren dabei ohne Rücksicht auf bereits Vorhandenes neue formvollendete musikalische Spezies, die man nach wenigen Hörgängen noch gar nicht so richtig begreifen mag.  Die hier kredenzte “Bouilla Baisse” ist ein heisses Süppchen, das von mal zu mal besser schmeckt, je öfter man es im CD-Player rotieren lässt. Hott!

VÖ: 08.02.13

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Web: http://quadratischrekords.bandcamp.com/album/bouillabaisse

TOURDATEN

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THE CLAUDIA QUINTET “ROYAL TOAST”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE JAZZ

Für Fans von:  Dave Douglas - Eric Dolphy - Elvin Jones

USA (NEW YORK)

Mit der gefühlvollen Jazznummer “Crane Merit” startet die neue CD der New Yorker Band THE CLAUDIA QUINTET. Die Gruppe wurde im Jahr 2002 vom Drummer John Hollenbeck gegründet und hat ihren Namen (siehe Infokasten) durch einen Zufäll bekommen. Auf dem Silberling gibt es 15 weitere progressive Tracks, die einen weiten Bogen zwischen improvisationsfreudigem Jazz, Post Bop und Latin-Jazz- Elementen spannen. “Kerameg” lebt von vertrackten Rhythmen und um die Wette eifernden Akkordion und Vibraphon Soli. Seinen Gedanken völlig freien Lauf kann der Zuhörer beim Anhören von “Paterna Terra” lassen. Hier scheint es, als ob jeder spielt, was er gerade möchte - das musikalischen Treiben spielt sich geradewex auf einer Hochalm in Bayern ab, wo Kühe und Ziegen zum wild herumflötenden Hirten einen abgedrehten Schuhplattler tanzen. TOP Musik für Liebhaber - grauenvoll für Mainstream-Jazzer.

The Claudia Quintet - Royal Toast

VÖ: 18.05.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/theclaudiaquintet

TOURDATEN

INFO: Als John Hollenbeck und seine Kollegen noch als “Refuseniks” tätig waren, ergab es sich, dass bei einem ihrer Gigs eine gut aussehende Lady namens Claudia auf die Musiker zukam und sie mit Lob überschüttete und dabei versprach, sie käme in Zukunft zu jedem der Auftritte. Ausserdem fühle sie sich  berufen, ordentlich die Werbetrommel für die Band zu rühren. Dass sie sämtliche ihrer Bekannten zum Konzert einladen würde, verstünde sich von selbst. EX-Band-Mitglied Reuben wettete darauf, dass sich die Besucherin nie mehr sehen lassen würde. Die Dame war trotzdem stets präsent und wenn sie einer der Musiker zufällig auf der Strasse traf, hiess es dann “Claudia geht es gut und sie hat erzählt, dass sie zu unserem nächsten Gig vorbei käme.” Was zwar nie passierte, aber als John Hollenbeck die Band nach einigen personellen Wechseln reformierte, war es ihm auch klar, dass es nur einen Namen geben konnte für die Formation: THE CLAUDIA QUINTET. Claudia selbst ist dann später nach New Jersey gezogen und hat dort zwanxläufig (Grund: Schwangerschaft) eine Internet-Bekanntschaft geheiratet.

 

 

 

 

 

 

 

 

XIU XIU “FORGET”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page  

Xiu Xiu - Forget mc

TRACKLISTING:

01.  The Call
02.  Queen Of The Lovers
03.  Wondering
04.  Get Up
05.  Hay Choco Bananas
06.  Jenny GoGo
07.  At Last, At Last
08.  Forget
09.  Petite
10.  Faith, Torn Apart

Label: Altin Village & Mine
Web: http://altinvillage.de/

AVANTGARDE ROCK

Für Fans von:  Circuit Des Yeux - Snakefinger - Animal Collective

USA

XIU XIU (sprich: Schuh Schuh) gehen den nächsten Step auf der Evolutionsstufe, in dem sie alte Werte hinunterspülen und sich verdächtig nah an das Kultmaterial der Spät70er Legenden „Pop Group“, „Pere Ubu“ und „The Laughing Academy“ annähern. So wie ein gewisser behaarter Cesar fiktiv den Planet der Affen wieder auferstehen lässt – na gut, wenn ich mich so im politischen Tagesgeschehen umgucke, stelle ich fest, dass auch in unserer Welt viele Affen unterwegs sind – aber, Leute, ich lenke ab. Jamie Stewart – seines Zeichens Ende der 00er Jahre der Bandgründer des – vielleicht damals innovativsten New Rock Projektes – legt vor mit einem hiphoppigem Avantgarde Rock Monster, dem er den Titel „The Call“ verabreicht hat. Geisterhaft wimmernde Stimmen konkurrieren mit aufgeregten Rap Flows und psychedelisch zitternden Analog-Orgel-Sounds. Mit seiner Partnerin Angelo Seo hat er wieder einen aufregenden Klangteppich zusammengewoben, den er mit selbstzerstörerischer Gründlichkeit und dem Hang zur schizoiden Stigmatisierung mal melodiös, dann wieder mit unheilschwangerem Gekeife und Gejammer verziert. Auch die „Queen Of The Losers“ überzeugt mit verzerrtelektronischem Getöse, das Video zum Noise-Electroniker „Jenny GoGo“ haben wir Euch bereits vorgestellt, „At Last, At Last“ ist erfüllt von koreanischen Sprachfetzen, der Titelsong „Forget“ dröhnt als groovender Shoegaze-Rocker. Und ob’s(t) es auch dieses Mal ein skandalöses Video gibt wie beim 2010er „Dear God, I Hate Myself“, dem Titelsong des siebten Albums, war noch nicht in Erfahrung zu bringen. Wer das Video noch gar nicht kennt, kann ja hier mal gucken, wie sich Angela Seo den Finger in den Hals steckt: https://www.youtube.com/watch?v=Ebqxoz_LvMg  – Zartbesaitete sollten voher nicht unbedingt etwas (eßbares) zu sich genommen haben ��

Am Ende aber stelle ich mir dann doch die Frage nach dem dieses Mal fehlenden expressionistischen Alleinstellungsmerkmal, das bisher den musikalischen Vergleich von XIU XIU zu anderen Projekten immer als etwas Besonderes hat erscheinen lassen und diese Tendenz fehlt dieses Mal größtenteils.

VÖ: 24.02.17

Verfügbar: CD & Vinyl & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Web: http://www.xiuxiu.org/  &  https://youtu.be/WMT6MsA3ut8 (Video “Jenny GoGo”)

TOURDATEN

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