www.music-newsletter.de

Du befindest Dich in der Rubrik AVANTGARDE CDs. Hier gibt es Infos zu Avantgarde Alben, die 2010 und vorher veröffentlicht worden sind und die zur Rezension eingeschickt worden sind. Hier sind Infos zu den Alben “Subitized” vom Trio PIA PALME, JSX und KAZUHISA UCHIHASHI, “Sacred Journey Of Ku-Kai Vol 4” von KITARO, “Entropy” von YUI ONODERA, “Live In Leugen” von ZEBRA, “Ressurection Of Those Days” von WULGATA,  “Gap Var Ginnunga” von WARDRUNA aus Norwegen und dem multikulturellen Musiker Projekt THIS FRAGILE MOMENT. Weitere Avantgarde Alben aus der Dr. Music-Kollektion findest Du auf der Partnerseite musikverrueckt.de

AVANTGARDE 2010

Neue Avantgarde CDs

Verzeichnis

Startseite

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

PALME / JSX / UCHIHASHI “SUBITIZED”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Palme - JSX - Uchihachi - Subitized

PRODUKTIONSNOTIZEN:

Tracks:

1.  Transient Opulence 29:18
2.  Noneuclidian Labor 37:15

Label: ein klang_records
Webseite: www.einklangrecords.com

Personelle Besetzung:

Pia Palme: feedbacktubes, bassrecorder, electronics
JSX: turntables
Kazuhisa Uchihashi: electric guitar, daxophone

Aufgenommen wurden die Tracks im “Echoraum” in Wien an einem Freitag, dem 27. Oktober 2006. Die Webseite der Location: http://esel.at/location/128

Produktion: Pia Palme & Jorge Sanchez-Chiong

AVANTGARDE

Für Fans von: Henry Kaiser -  Sonny Sharrock - Neoplant

ÖSTERREICH

Bereits in den ersten zwei Minuten passiert so viel wie auf manch anderen Platten während einer halben Stunde. „Dut-Dut-Dut-Dutttudutt-Dut! – Entenklänge tröten zart zu wühlenden Synthesizer-Loops und verachtungsvoll kratzenden Bratschen, dazwischen würgt ein Protagonist halbe- oder gar vierteltöne aus seinem Hals, das „Daxophon“ von Kazuhisa Uchihashi versucht sich verzweifelt einen Weg zur Oberfläche des Ohrs zu bahnen und von links jodeln irgendwelche Pygmäen mit ihren sukkulenten spitzen Rufen.

Genauso geht es auch munter weiter während der insgesamt 66 Minuten, in denen Pia Palme, JSX und Kazuhisa Uchihashi (der Mann heisst tatsächlich so) den Hörer erstaunt sitzen lassen auf der Suche nach sich selbst. „Transient Opulence“ nennt sich der erste 29minütige Track, von Komposition wage ich einmal nicht zu sprechen, weil es wohl gar nicht möglich sein dürfte, diese skurrile Soundvielfalt zu skizzieren. Zu einem stehen, schrill- elektronischen Ton zirpt der Japaner auf seiner elektrischen Gitarre mit ungewöhnlichen zerlegten Akkorden, die sich zu einem aus verminderten Quinten und dann wieder aus Vierteltönen der javanesischen Pelogtonleiter zusammensetzen. Mittlerweile habe ich einen pfeifenden Ton im Ohr – könnte aber auch eine Kaffeekanne sein und die Befürchtung, dass sich der Tinnitus selbst inszeniert hat auf merkwürdige Art und Weise, bestätigt sich nicht. Nach 11 Minuten ist es dann endlich soweit: Das lang erwartete Raumschiff landet, aber bereits 30 Sekunden danach werden meine neugierigen Gedanken ad absurbum gelegt, denn das wilde Blubbern und die aufgeregten Sprachfetzen, die jetzt von überall herzukommen scheinen, lassen mich eher an ein Unterseeboot denken, dass gerade vor mir auftaucht. Der Steuermann spielt ein doomiges übersteuertes Gitarrensolo, das aber trotzdem angenehm im Hintergrund bleibt, weil sich inzwischen ein technoides industrielles & monströs-noisiges Klanggewölbe aufbaut.

Nach 20 Minuten wird mein Ohr von wilden rauschenden Einschlägen strapaziert, die sich anhören, als ob ein stockbesoffener DJ die Nadel vom Plattenteller aufhebt und in rhythmischer Folge radikal – bei voll aufgedrehtem Lautsprecher – von oben wieder auf das Vinyl fallen lässt. Am Ende des Stücks dominieren elektronische Schleifen zu harten rhythmischen Krachsynkopen, die von einem unmusikalisch pfeifenden Vogel kommentiert werden. Die „Musik“ ist ungewöhnlich – “absofuckinglutely” ungewöhnlich! Innovativ radikal.

Fazit: In Würzburg gibt es einen Plattenladen namens H20, in dem es jede Menge gebrauchter CDs, DVDs und Vinyl-Schallplatten gibt. Einmal im Monat lasse ich mich dort sehen und mein erster Weg führt mich wie hypnotisch angezogen zum Regal mit den Avantgarde-Scheiben. Mit dem silbernen Scheibchen “Subitized” habe ich wieder einmal ein wirkliches Schätzchen für meine Sammlung gefunden - ein Schätzchen, mit dem ich aber wohl meine experimentelle Weltanschauung leider alleine teilen muss, weil es wahrscheinlich ausser mir niemanden gibt, der sich diesem genialen Stoff öffnet. Oder doch?

VÖ: 01.01.07

Verfügbar: CD & digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Web Pia Palme: http://www.piapalme.at/ 
Web Kazuhisa Uchihashi  http://homepage.mac.com/innocentrecords/kazuhisa_uchihashi/HOME.html

TOURDATEN

xxxxxxxxxxxx

xxxxxxx

xxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

x

xxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxx

”THIS FRAGILE MOMENT”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

This Fragile Moment 2009

In diesem Fall gleich das Fazit zu Beginn dieser Zeilen: Musikfans, die nichts übrig haben für Experimentelles, können gleich wegklicken oder nach unten scrollen. Die Musiker Arvo Urb (drums & percussion), Robert Jürjendahl (guitar & electronics), Toyah Wilcock, (vocals & poetry), Markus Reuter (guitar & electronics) & Chris Wong (bassguitar) spielen sensationelle Musik, die leider nie den Stellenwert erfahren wird, der ihr eigentlich zukommen sollte. Mensch, Leute! Seid offen für so etwas und unterstützt diese Künstler, indem Ihr etwas für deren Bankkonto tut und die Platte kauft. Es ist eine CD mit 9 Tracks, in denen es langfristig viel zu entdecken gibt. Eine Kopfplatte für Musiker & intellektuelle Hörer. Wer sich für die Spieltechnik von Markus Reuter auf der Touch Guitar interessiert - der Link steht unten!

AVANTGARDE

Für Fans von:  Buckethead  - King Crimon - The Red Crayola

DEUTSCHLAND

Watt für ‚ne abgedrehte Platte! THIS FRAGILE MOMENT – der Name der Gruppe/ des Projekts/des oder der Musiker(in) hat mir gar nichts gesagt. Rauf auf den Stapel, bis die CD an der Reihe ist. Dann beim ersten Hören fällt mir der Name Toyah Willcox mitten ins Gesicht. Mann, von der habe ich sogar noch einige Platten aus den späten 70er Jahren! Wo war die Dame denn die ganz Zeit gewesen? Und als ich den Namen Markus Reuter lese, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Den Musiker habe ich im April 2010 auf der Musikmesse in Frankfurt kennen gelernt. Aber zur Musik: „Stones“ ist ein verstörender (gleichzeitig atemberaubender) Track mit Gitarrenspuren, die ein bisschen den „Frippertronics“ ähneln (Insider wissen, wovon ich hier spreche), wie sie der ehemalige King Crimson-Crack Robert Fripp entwickelt hat. Dissonant und avantgardistisch nimmt der Song Fahrt auf, schwebende Akkorde zwitschern rechts & links aus den Lautsprechern, Toyah stammelt, haucht, „miaut(!)“ sich durch 5 ½ Minuten musikalischen Minimalismus. Mit von der Partie sind o. a. Markus Reuter, der die „Touch Guitar“ spielt, Arvo Urb an Drums & Perkussion (hat seinen ersten Auftritt im zweiten „Break The Mould“) – hervorragender Schlagzeug-Sound, der an die Transparenz der früheren Enya-Jazz-Scheiben erinnert (Enya = Label aus Deutschland). Chris Wrong setzt nach 1 Minute flirrender Becken-Arbeit ein mit markanten Bass-(Double)- Stops. Ein ambientes Soundgewölbe hat sich um die Rhythmusstruktur gebildet und die elektronischen Effekte, die von Markus Reuter kreiert worden sind, zucken ekstatisch zum spacigen Klang. Lust auf ein neues Genre? Sci-Fi- Prog-Robot-Rock und das alles gewürzt mit einem Hauch Dadaismus! Pink Floyd fällt mir ein, als am Ende kreischendes Feedback im Raum steht, während sich nichts mehr bewegt (die älteren Cracks unter Euch kennen bestimmt den vorüberfahrenden Zug auf der Platte „Atom Heart Mother“ – hier war es wieder kurz zu hören!)

Don’t Even Try“ – Reuter spielt Quarten, Sexten und Quinten gleichzeitig – alles klar? „Don’t Do It If You Can’t – Don’t Even Try“ haucht Toyah, als ob sie meine Gedanken erraten hat. „Ist gut, babe!“ – ich lasse meine Gitarre zunäxt im Halfter und geniesse weiter: Diesen „outstanding“ Track,  zu dem ich nur den Kopf schütteln kann, so genial ist er! Robert Jürjendal ist der zweite Gitarrist, der gerade die Wah-Wah-Gitarre im rechten Kanal bedient. „Come On – Get Real If You Feel It“ meint Toyah – inzwischen ist das Stück zum expressionistischen Groove angewachsen. Schade, dass die Infos zur Promo-CD sehr spärlich sind, ich hätte gerne mehr erfahren über die poetischen Texte, die von der Sängerin beigesteuert werden. Charmant ihr humorvolles britisches Englisch! „What I Think About Laughter? I Think Laughing Is A Way With The Mouth Just Shit.”

Es gibt auch ruhige Momente (“Fragile” & “Blow The Pain Away”), für die ich mich im Moment des ersten Hörens jedoch  nichts erwärmen möchte – aber die nächste exzessive Trommelfell-Strapaze wartet bereits auf den aufgeweckten Musikhörer. Quietschende Scharniere, Blech klingt auf rostigem Blech, ich komme mir vor wie in einem gruseligen Soundtrack inmitten einer unübersichtlichen Lagerhalle und erwarte, dass ich mich jeden Moment „etwas“ von der Seite anspringt. Neugierig taste ich mich trotzdem vorwärts und nach 3 ½ Minuten treffe ich wieder auf Toyah Willcock, die mir erzählt, sie sei „Born Broken“ – ist sie meine Schwester im Geiste? Muss ich fast befürchten, weil mir dieses experimentelle Durcheinander sehr gut gefällt und ich fast schon wieder traurig bin, als die abenteuerliche Klangreise durch das Experiment „This Fragile Moment“ nach 48 Minuten beendet ist.

VÖ: 01.02.10

Verfügbar: CD &  digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Infos zum Album: http://en.wikipedia.org/wiki/This_Fragile_Moment
Webseite von Markus Reuter: http://www.facebook.com/olderthangod
Webseite von Toyah Wilcock: http://www.toyahwillcox.com/
Webseite der Firma touch guitar: http://www.touchguitars.com/

KONZERTDATEN

xxxxxxxxxxxx

xxxxxxx

xxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

x

xxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

GRAMMY GEWINNER KITARO FÜHRT DEN ZUHÖRER IN MAGISCHE KLANGWELTEN

KITARO “SACRED JOURNEY OF KU-KAI Vol 4”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Kitaro - Sacred Journey Of Kuk-Kai Vol 4 sc

Masanori Takahashi ist Musikfans wohl meist nur durch seinen Künstlernamen KITARO bekannt. Seine erste Begegnungen mit dem “Soul und Blues” der 60er Jahre veranlassten ihn, sich das Gitarrenspiel autodidaktisch bei zu bringen. Später stieg er um aufs Keyboard, war bis in die späten 70er Jahre im Umfeld von “Tangerine Dream” und “Klaus Schulze” tätig. Im Jahr 1978 gab es sein Solo Debut Album “Ten Kai”, das ihn sofort zu einem der Lieblinge der stetig wachsenden New Age Community  werden liess. 2002 gab es die bisherige Krönung: Mit seiner CD “Thinking Of You” hat KITARO den Grammy in der Rubrik “Best New Age Album” gewonnen. “Sacred Journey Of Ku-Kai” ist der vierte Teil einer im Jahr 2003 begonnenen Serie. Die ersten Eindrücke der neuen CD:

NEW AGE

für Fans von: Andreas Vollenweider - Vanessa-Mae - Shadowfax

USA

Ich sitze inmitten eines japanischen Garten auf einer Lichtung. Ich höre plätscherndes Wasser – in der unmittelbaren Nähe begrüssen dezente Gong Schlag den beginnenden Tag- und vernehme eine sanfte, melancholische; von einer Shakuhachi (japanische Bambusflöte) gespielte Melodie, die den luftleeren Raum esoterisch erfüllt. Die Sonne geht auf, der erste Sonnenstrahl bricht durch die Baumwipfel - aufgeregt  und geschäftig flattern bunte Kolibris umher. „Lotus Mountain“ verbreitet friedliche Morgenstimmung.

Fortbewegend aus dem japanischen Garten streift „Yakushi“ ein paar Kirschbäume, bewegt sich aber zielstrebig in die Richtung indischer Sitarklänge. Hier entsteht vor dem geistigen Auge (hier spricht ein „Dschungelbuch- Fan“) eine Kolonne, die sich durch den Dschungel bewegt, angeführt von riesigen Elefanten, auf denen der “Radscha von Kitaropur” mitsamt seinem Hofstaat sanft wiegend zur Audienz im nahe gelegenen benachbarten Fürstenstaat getragen wird. Und wenn sie nicht angekommen sind, schaukeln sie noch heute.

Magic Seeds“ ist noch langsamer, noch tiefgründiger und chilliger als die vorangegangen beiden Kompositionen, lässt den Spannungsbogen trotzdem anschwellen, weil die Musik hier dramaturgischer gestrickt ist. „Reflection Of Water“ streift mysteriöse Welten, kryptischer Solo Gesang kommt  hinzu, die Musik klingt unterirdisch gut, als ob sich die Musikanten in einem riesigen Kellergewölbe eingebuddelt haben.

In „South Wind“ lässt KITARO den Zuhörer an einer Wanderung durch Tolkien’s Wälder teilhaben. Die Elben schweben/huschen mit himmlisch-sakralen Gesängen über den kaum wahrnehmbaren Pfad. Luftig, leicht, die weissen Gewänder flattern im Wind, der aber seltsamer Weise physisch gar nicht wahrnehmbar ist. Wunderbare Nummer, die beste bisher auf der CD. Tolles Stück für alle Andreas Vollenweider Fans!

Im leider nur 4minütigen „Ritual Winds“ verarbeitet KITARO die Einflüsse seiner vielfachen Reisen durch die Kontinente. Die perkussive Luftigkeit indischer, rasender Tablas trifft auf schwermütige, wunderschöne Melodiebögen der arabischen Musikkulturen.

VÖ: 14.09.10

Verfügbar: CD & digitales Album

Empfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.kitaromusic.com/

KONZERTDATEN

xxxxxxxxxxxx

xxxxxx

 

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

x

xxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

YUI ONODERA “ENTROPY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AMBIENT

Für Fans von:  Deuter - Steve Roach - Velehentor

JAPAN

Musik, die man zur stillen Stunde geniesst. Musik, die ich gleich setzte mit den gruseligen und experimentellen Ergüssen von Tangerine Dream (hier denke ich an die 70er Jahre Platte “Rubicon”. 47 Minuten lang zelebriert der 28jährige japanische Avantgarde Musiker YUI ONODERA experimentelle Stille. Einsame Langsamkeit ist stilvorgebend in diesen wundervollen 10 Kompositionen, die allesamt den Titel “Entropy” tragen und von 1 - 10 durchnumeriert sind. Musik, in der man “versinken” muss. Elektronische und meditative Musik. In Tracks wie “Entropy 06” setzt der Selbstfindungsprozess ein, wenn man sich der Klarheit des Dargebotenen hingibt, eintaucht in die atmosphärische Dichte des schwebenden Sounds, der wie eine Regenwolke davon schwebt und als erhellender Sonnenstrahl seinen Weg zurück in die Seele des Hörers findet. Als Gott die Welt erschaffen hat, muss ihn dieser Soundtrack wesentlich beeinflusst haben.

Yui Onodera - Entropy-Cut_1

VÖ: 21.05.10

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://myspace.com/yuionodera

TOURDATEN

INFO: In der experimentellen Szene ist der japanische Musiker YUI ONODERA länxt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seine Kompositionen und CDs wurden bereits in diversen europäischen Ländern veröffentlicht und dienen seit einigen Jahren sogar den TOP Remixern aus Grossbritannien als Grundlage für deren Dancefloor-Remixe. Seinen Durchbruch erzielte der Komponist durch sein Mitwirken beim renommierten jährlich stattfindenden Melaka Art & Performance Festival in Malaysia, das auch im Jahr 2010 mit einem aussergewöhnlichen Programm aufwartet: http://www.melakafestival.com/html/artist.html

 

 

 

 

 

 

 

 

ZEBRA “LIVE IN LEUGEN”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

ELECTRONIC ROCK

Für Fans von:  Joy Division - Legendary Pink Dots

NIEDERLANDE

Eine Demo-CD, die 5 Wochen auf ihren Einsatz gewartet hat. Insgesamt gibt es drei Stücke bei einer Spielzeit von 35 Minuten - die CD soll es nur in einer limitierten Demo-Version von 200 Exemplaren geben. ZEBRA sind die beiden niederländischen Musiker Roel Meelkop und Frans D Waard, die diese Aufnahmen während eines Auftrittes in Leugen mitgeschnitten haben. Denkt man auf den ersten Blick, wenn man das Cover ansieht. Aber weil das schöne Wörtchen “Leugen” wörtliche übersetzt “Lüge” heisst und auch seltsamer Weise kein Publikum zu hören ist, kommt man den beiden Hauptpersonen schnell auf die Schliche. Fazit: Das 14minütige hypnotische Trance-Electronic-Rock-Stück “Muesings Are Jest The Start” und das geisterhafte minimale “Urgges Are Looking For You” sind musikalische Drogen, von denen man nicht genug bekommen kann. Wo bleibt der Longplay?

Zebra - Live In Leugen Limited Copy

VÖ: Juni 2010

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Web: https://roelmeelkop.bandcamp.com/

TOURDATEN

INFO: Roel Meelkop hat in Rotterdam visuelle Kunst studiert und begann, sich währenddessen auch für synthetische Musik zu interessieren. Erste Erfahrungen sammelte er in der  Synthrockgruppe “Rialto”, wenig später war er selbst solistisch tätig unter den Pseudonymen “Mailcop” und “Happy Halloween”.  Wenn er seine minimalen Technoloops konzipiert, sind es oft vierzig bis fünfzig verschiedene Spuren, die er in mühsamer Kleinstarbeit zusammenfügt, einige dieser “Ghost Tracks” können hier angehört werden: http://www.archive.org/details/lm06

 

 

 

 

 

 

 

 

WULGATA “RESSURECTION OF THOSE DAYS”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

DARK AMBIENT

Für Fans von: Teufelsbeschwörungen - Voodoo-Zeremonien

POLEN

Didgeridoos und andere ethnische Instrumente waren bisher meistens Bestandteile von Worldmusic-Produktionen oder irgendwelcher Pseudo-Trash-Kopien. Die Bekanntschaft mit dem polnischen Musikprojekt Wulgata bietet Hörern die Möglichkeit, in eine völlig fremde düstere Welt ein zu tauchen, die sich mit archaischen musikalischen Werten auseinander setzt. Wulgata würzen ihre elektronischen Kompositionen mit rückwärts laufenden Stimmen-Loops, die unheilschwanger im Raum schweben und bei richtiger Atmosphäre dafür sorgen können, dass Zartbeseitete ängstlich das Weite suchen. Sehr düster das ganze. Wer sich für Black Metal oder ähnliche Musik interessiert, wird mit Wulgata und dem unten angegebenen Link zum misanthropischen polnischen Label Beast Of Prey den Einstieg in eine neue finstere Welt finden.

Wulgata - Ressurection Polen

VÖ: 10. 02. 09

Verfügbar: CD (Import)

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Die gruseligen Licks: http://myspace.com/wulgata  &  http://www.beastofprey.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

DUNKLE MUSIK AUS DEN FINSTEREN WÄLDERN NORWEGENS

WARDRUNA “GAP VAR GINNUNGA”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Wardruna - Gap Var Ginnunga

Eine der interessantesten Gruppen, die mir in der letzten Zeit untergekommen: WARDRUNA aus Norwegen. Nordische Folkmusik und archaische Kulturen bündeln im traditionellen Ethno-Mix. Die Instrumente, die gespielt werden, sind ausschliesslich historische. Die komponierte Musik ist abhängig von Runen, die sich auf den Ort beziehen, an dem die CD aufgenommen wurde. Das Album ist das erste einer geplanten Trilogie. Das musikalische Konzept interpretiert die nordische Runen- Magie. Nekro Troll, ein norwegischer Journalist, hat eines Tages herumgesessen und sich bei youtube vergnügt, als er durch Zufall von der Thematik WARDRUNA vereinnahmt wurde. Zu ihm habe ich bereits seit den 90ern Kontakt, was lag ihm also näher, als mich über seinen sensationellen Fund zu informieren.

DARK WAVE

für Fans von: Ostara - Hagalaz Runedance - Sonne Hagal - Orplid

NORWEGEN

 Das Thema ist ein Fass ohne Boden und ich will an dieser Stelle gar nicht weiter darauf eingehen - nur soviel: Runen hatten mich bereits als 14jährigen fasziniert, als mir damals in der lokalen Stadtbücherei ein Buch in die Hände gefallen ist. Einige Tage später ist es mir bereits gelungen, mittels Zaubersprüche einen Fluch über meine Stenographielehrerin zu legen, die sich daraufhin unsterblich in mich verliebt hat.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in Europa die unterschiedlichsten Runenalphabete entwickelt. Eine Runenreihe nennt man Futhark. Das ältere Futhark, auf das sich die Musik von Wardruna beruft, besteht aus 24 Runen. Der Name interpretiert dabei die ersten sechs Runen. Die vorliegende CD präsentiert die ersten 8 Runen. Wer mehr in die Thematik eintauchen möchte: www.runenkunde.de 

Zur Musik von WARDRUNA: Der Nebel lichtet sich, in der Ferne sieht man die ersten Masten, es ist kalt an diesem Morgen, der Tag nach der Seeschlacht und das Schiff von “Hagal” steuert auf den heimatlichen Hafen zu. Am Bug steht ein langmähniger Bär von einem Mann, an seiner Streitaxt, die vom Gürtel baumelt, klebt das verkrustete Blut seiner Feinde (Dieter Bohlen, Phil Collins, Ralf Siegel, Rudolf Schenker).

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt beim Genuss der Songs von WARDRUNA. Gutturale Kehlkopfgesänge, flüsternde Stimmen (der Götter?), neben allen plakativen Stimmungsbeschreibungen dieses sensationellen Werkes ist “Gap Var Ginnunga” vor allem auch eine esotherische Platte, die Ruhe ausstrahlt, als wundervolle Therapie am Abend eines stressigen Tages.

Maultrommeln, Bodron-Trommeln und Frauengesänge, die mich in “Bjarkan” ganz stark an die in den 80er Jahren in Mode gekommenen “bulgarischen Frauengesänge” erinnern. Man könnte sich aber genauso in der weiten mongolischen Steppe befinden. Faszinierende unheimliche Klänge (Windschleuder), die aus einem ultra-Horror-Film stammen könnten, gibt es im kurzen “Thurs”, traditionelle kultische Gesänge in “Jara”, eine liebliche süsse verführerische Stimme aus den tiefen Wäldern in “Algir - Tognatale”.

Die Stimme lockt Dich, Du stehst auf - Du gehst Ihr entgegen und wirst eingelullt von schamanischen Chorgesängen, die umrahmt werden vom aufkommenden Unwetter, Donnergrollen, Wolken ziehen auf, Regen liegt in der Luft - aber Du bist gefangen in der mystischen Welt, der Du dich nicht entziehen kannst. Die Musik schwillt an zum Crescendo. Hypnotische Trommeln führen Dich zum Gipfel. Du streckst beide Arme aus, schliesst Deine Augen und willst nur noch davon fliegen.

FAZIT: Ein seltsames Gefühl macht sich in mir breit beim Anhören dieser mystischen Songs von WARDRUNA: Das letzte Mal, dass mich solche eine geisterhafte Stimmung  elektrifziert hatte, war im Jahr 1986 gewesen, als mir der Soundtrack zum Film “Der Name der Rose” in die Hände fiel. Wem diese Musik gefallen hat, der sollte hier zugreifen, denn er bekommt mit der CD der norwegischen Formation ein Stück zeitlose musikalisch düstere, geheimnisvolle und gleichzeitig wunderschöne friedliche Stimmung ins Haus.

VÖ: 23.01.09

Verfügbar: CD & Vinyl & digitales Album

Empfehlung:  K K K K K K K K K K

Website: www.wardruna.com   und www.myspace.com/wardruna      

KONZERTDATEN

xxxxxxxxxxx

xxxxxxx

 

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

x

xxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxx

THE CLAUDIA QUINTET “ROYAL TOAST”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE JAZZ

Für Fans von:  Dave Douglas - Eric Dolphy - Elvin Jones

USA (NEW YORK)

Mit der gefühlvollen Jazznummer “Crane Merit” startet die neue CD der New Yorker Band THE CLAUDIA QUINTET. Die Gruppe wurde im Jahr 2002 vom Drummer John Hollenbeck gegründet und hat ihren Namen (siehe Infokasten) durch einen Zufäll bekommen. Auf dem Silberling gibt es 15 weitere progressive Tracks, die einen weiten Bogen zwischen improvisationsfreudigem Jazz, Post Bop und Latin-Jazz- Elementen spannen. “Kerameg” lebt von vertrackten Rhythmen und um die Wette eifernden Akkordion und Vibraphon Soli. Seinen Gedanken völlig freien Lauf kann der Zuhörer beim Anhören von “Paterna Terra” lassen. Hier scheint es, als ob jeder spielt, was er gerade möchte - das musikalischen Treiben spielt sich geradewex auf einer Hochalm in Bayern ab, wo Kühe und Ziegen zum wild herumflötenden Hirten einen abgedrehten Schuhplattler tanzen. TOP Musik für Liebhaber - grauenvoll für Mainstream-Jazzer.

The Claudia Quintet - Royal Toast

VÖ: 18.05.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/theclaudiaquintet

TOURDATEN

INFO: Als John Hollenbeck und seine Kollegen noch als “Refuseniks” tätig waren, ergab es sich, dass bei einem ihrer Gigs eine gut aussehende Lady namens Claudia auf die Musiker zukam und sie mit Lob überschüttete und dabei versprach, sie käme in Zukunft zu jedem der Auftritte. Ausserdem fühle sie sich  berufen, ordentlich die Werbetrommel für die Band zu rühren. Dass sie sämtliche ihrer Bekannten zum Konzert einladen würde, verstünde sich von selbst. EX-Band-Mitglied Reuben wettete darauf, dass sich die Besucherin nie mehr sehen lassen würde. Die Dame war trotzdem stets präsent und wenn sie einer der Musiker zufällig auf der Strasse traf, hiess es dann “Claudia geht es gut und sie hat erzählt, dass sie zu unserem nächsten Gig vorbei käme.” Was zwar nie passierte, aber als John Hollenbeck die Band nach einigen personellen Wechseln reformierte, war es ihm auch klar, dass es nur einen Namen geben konnte für die Formation: THE CLAUDIA QUINTET. Claudia selbst ist dann später nach New Jersey gezogen und hat dort zwanxläufig (Grund: Schwangerschaft) eine Internet-Bekanntschaft geheiratet.

xxxxxxxxxx

xxxx

xxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

x

xxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

TIMUCIN SAHIN QUARTET  “BAFA”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

AVANTGARDE JAZZ

Für Fans von: James Blood  - Miles Davis - David Murray

USA (NEW YORK)

Flirrende Jazz-Soli jagen um die Wette. Leadgitarre und Saxophon erinnern an die Musik des harmolodischen Genies James Blood Ulmer. Den besonderen Sound erzielt der New Yorker Avantgardist Timucin Sahin durch Bearbeitung seiner bundlosen Gitarren (fretless guitars), aber auch die anderen Musiker des Quartets glänzen durch ihren Beitrag auf “Bafa”. Der Schlagzeuger Tyshawn Sorey, Saxophonist John O’Gallagher und Bassist Thomas Morgan komplettieren die außergewöhnliche Formation, die sich gegenseitig knapp eine Stunde lang durch sieben Stücke peitscht, die beim Zuhörer äusserste Konzentration erfordern, denn es gibt nicht nur die laute Brechstange, sondern viel virtuoses Gefühl wie im 10minütigen “Elif”und wenn das Outro des Stücks im wabernden Nebel verschwindet, schnaufe ich erst einmal durch, um das Fenster zu öffnen und frische Luft ein zu saugen. Hot Stuff!

Timucin Sahin Quartet - Bafa

VÖ: 13.10.09

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Web: https://myspace.com/timucinsahin/music/songs

TOURDATEN

INFO: Die Gitarre hat Timucin Sahin mit 16 entdeckt. Der gebürtige Türke spielte zunächst Rockmusik, wurde jedoch als 19jähriger in seiner neuen Heimat Amsterdam vom Jazz infiziert, studierte auf dem dortigen Konservatorium und ist heute einer der innovativsten Jazzgitarristen unserer Zeit.  Er hat sich auf zahlreichen Platten (Randy Brecker, Kevin Eubanks oder Mike Mainieri) verewigt und schwebt heute wie ein unruhiger Geist zwischen Amsterdam und seiner zweiten Heimat New York umher, um zu unterrichten, Vorträge zu halten oder für diverse Musik-Projekte tätig zu sein.