www.music-newsletter.de

Hier gibt es CD-Rezensionen von Gitarren-Alben, die im Jahr 2010 erschienen sind. Hier stehen u. a. Infos zu den Alben “West Coast Seattle Boy” von JIMI HENDRIX, “Captain Eyo’s Voyage” von BUCKETHEAD, “Black Swans And Wormhole Wizards” von JOE SATRIANI, “6string Theory” von LEE RITENOUR, “Junior” von KAKI KING, “Where The Other Wild Things Are” von STEVE VAI; “Voodoo Guitar” von DIRTY DAVE OSTI, “Emotion & Commotion” von JEFF BECK und “Valleys Of Neptune” von JIMI HENDRIX. Weitere Gitarren Alben gibt es bei der “Guitar CDs Übersicht”.

Guitar CDs 2010

Guitar CDs Übersicht

Gesamtübersicht

Startseite

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

JIMI HENDRIX “WEST COAST SEATTLE BOY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Jimi Hendrix - West Coast Seattle Boy

Schnäppchen oder Schmuckstück für die Sammlung – Sony Music preist die 5er Box des Maestros an als Collection zahlreicher vorher unveröffentlichter Stücke, was aber so nicht unbedingt stimmt, weil die meisten Songs bereits irgendwo (auch in diesen vorliegenden Versionen) schon irgendwo auf irgendeinem No-Name Scheibchen zu hören gewesen sind. Egal ob die Interpeten jetzt King Curtis, Ray Sharpe, Rose Lee Brooks oder gar die Isley Brothers waren. “West Coast Seattle Boy” von JIMI HENDRIX ist als Single-CD mit 15 Stücken, als Doppel Disc (CD + DVD) und als o. a. 5er Collector’s Box (4 CDs und eine DVD) sowie als Deluxe Edition (mit 8 Vinyl- Langspielplatten) erschienen. Die Standard Disc gibt es als digitales Album.

BLUES & ACID ROCK

Für Fans von:  Randy Hansen - Blue Cheer - Moby Grape

USA

CD 1 zeigt, dass auch ein Jimi Hendrix einmal „klein“ angefangen hatte als Backup-Gitarrist, bei den Isley Brothers gab’s sogar einige Stücke, bei denen er am Drumset gesessen hatte.Die 15 Stücke vom ersten Scheibchen haben durchaus alle ihren Charme, allein die kleinen Fills, die er in Don Covay’s „Mercy, Mercy“ spielt, zeigen mehr Gefühl & Musikalität als es zahlreiche Kohorten von heutigen Death Metal Schrubbern je auf die Reihe bringen würden. Die Songs sind natürlich – was Produktion und Sound betrifft – nicht mehr unbedingt zeitgemäss. Das teilweise – zu Jimi’s Lebzeiten wohl nie freigegebene  Material – klingt manchmal auch holprig und „off tempo“, aber dem “Jimi-Hendrix-Die-Hard-ich-brauch-jede-gespielte-Note-vom-Meister-Fan” ist das sowieso völlig egal. Natürlich gibt es Horden von Möchtegern-Gitarristen, die dem Meister nacheifern und entsetzt über die Qualität des hier Dargebotenen sein werden – aber all diejenigen haben den Sinn dieser Veröffentlichung nicht verstanden (und werden es wohl auch nicht tun). Die beiden Beiträge mit dem R&B Sänger ROSA LEE BROOKS („My Diary Listen“ und „Utee“) gehen zurück in die Motown-Sly-Stone-Soul-Zeit, rau, ungehobelt aber wunderbar authentisch mit kreischenden Chorsätzen.

Bei den beiden (tollen) LITTLE RICHARD Beiträgen fällt Hendrix kaum auf, am besten darf er sich bei den drei Isley Brothers-Tracks austoben, wenngleich er solistisch nicht unbedingt in Erscheinung tritt – im funky Jam „Move Over And Let Me Dance“ kommt mir der Gedanke, dass der Gesang von Nummern wie dieser auch spätere Hendrix-Vocals nachhaltig beeinflusst haben dürfte. Noch heute gilt: Wie Ronald Isley hier singt, ist – 40 Jahre später – immer noch einzigartiges Soulfutter – für alle, die gute Soulstimmen lieben. Auch wenn es eine Hendrix-Platte ist: Ronald verweist alle Sänger nach ihm in die II. Liga.

Ganz stark auch „Sweet Thang“ von BILLY LAMONT, einem Zwidder zwischen Wilson Pickett und Ike & Tina – hier bringt sich Jimi bereits mit hartem Rhythm-Pattern ein, das stark an das spätere „Foxy Lady“ erinnert.  Auch der an das „Funky Hühnchen“ von Rufus Thomas erinnernde „Instant Groove“ mit seinen messerscharfen Bläsersätzen von King Curtis ist nicht von schlechten (Soul-)Eltern. FAZIT: Alleine die erste Soul’n’Blues-CD ist schon den Kauf wert.

CD 2 startet mit „Fire“ – klingt wie eine der ersten alten 60er Stereo-Aufnahmen, Instrumente schön getrennt in linken und rechten Kanal – klingt nicht nur deswegen authentisch – Hendrix mit schneidendem Stratocaster-Solo- Strahl und eingeschaltetem Bridge-Tonabnehmer. „Are You Experienced“ – leicht psychedelisch angehaucht, verzerrt – 6minütiger instrumentaler Jam, in dem man sich leicht verlieren kann – gefällt mir gut. „May This Be Love“ zeigt Jimi gut bei Stimme, gefühlvoller Gitarrenbeitrag – erinnert mich von der Stimmung her an „Angel“ – „The Wind Cries Mary“ gibt es 3 ½ Minuten Live – „Love Or Confusion“ gefällt mir gut in der alternativen Version. Sitar und Percussion charakterisieren den Demo-Track „Little One“ – Hendrix scheint nicht damit zufrieden, wie sein Spruch am Ende der Aufnahme zeigt. „Mr. Bad Luck“ ist groovy, „Cat Talking To Me“ ist goofy (sprich: doof), „Castle Made Of Sand“ ist  nur eine instrumentale Demo-Track-Aufnahme (könnte innovativ als Karaoke-Version eingesetzt werden). „Tears Of Rage“ ist neu – ein Song, der sich anhört, als ob er für Bob Dylan komponiert wurde, weil Jimi sich dessen Stück “Watchtower” “geborgt” hatte. Ein „pure“Track, wie ihn Jimi wohl nie offiziell freigegeben hätte, weil er sich rhythmisch auch minimal verhaut. Trotz bluesigem Mundharmonika- Flair (wie auch das folgende „Hear My Train A Comin“) nicht das „Gelbe vom Ei“, aber gutes „Anschauungsmaterial“ für angehende Gitarrist(inn)en, die sich mit Jimi’s Spieltechniken beschäftigen möchten.

Dass es sich bei einigen der Kompositionen um absolute „Ausschussware“ handelt, beweisen das Husten und Räuspern im leidenschaftslos dahingeschlabberten „1983“ – ein Rohrkrepierer unter allen Demoaufnahmen – trotzdem für wahre Hendrixianer von hohem Sammelwert! „Long Hot Summer Night“ geht noch tiefer hinein in den Übungsraum – Hendrix ist gerade aufgestanden, die Klampfe steht neben dem Bett, er nimmt sie in die Hand und singt „unverstärkt“ und unkonzentriert ein bisschen rum, um sich das Sandmännchen aus den Ohren zu spülen/spielen. Gleiches gilt für „My Friend“.

Westcoast Boy „Die Dritte“ startet mit „Hear My Freedom“ - ein instrumentaler Jam – mit geilem Orgelsound – nach ca 3 Minuten bequemt sich Jimi zu singen und ich habe richtig Spass an dieser Nummer – geiles Stück! „Room Full Of Mirrors“ ist funky, geht direkt rüber in „Shame, Shame, Shame“ – jetzt befinden wir uns in der Blues-Rock-Sektion der Westcoast-Seattle-Box – Jimi versüsst das Stück mit dem Rhythmus-Riff von „Voodoo Chile“ – Soli gibt es leider nicht zu hören. Nach einem langweiligen „Messenger“ gibt Hendrix die Botschaft „Elvis lebt“ aus und interpretiert den Leiber/Stoller (oder war’s umgekehrt?) „Hound Dog Blues“ mit seiner unerreichten relaxten Art.

Der „Untitled Basic Track“ ist dann der erste (nach rund 2 ½ Stunden) Song, der mich regelrecht begeistert. Endlich mal pfeifende, jaulende Gitarrenböen, die einem die Haare aus den Ohren und vom Kopf blasen. Instrumental zwar nur, aber egal – hier kracht es wenixtens mal ordentlich. Bangen – Klinsmän-diven – auch wenn der Schluss ziemlich holprig & amateurhaft klingt – ‚ne „Übungsraumaufnahme“ halt. Von „Star Spangled Banner“ gibt es einen bisher unveröffentlichten Original Live-Mix (leider verspielt sich Hendrix ein paar Mal – gut, dass es nicht von der Terminator-Gouvernante aus „Ell-Äh“ gehört wird – würde ich aber einfach mal als subjektive Betrachtensweise anmerken) – auch hier geht es wie im „Woodstock Original“ rüber in „Purple Haze“. Hendrix wirkt gehetzt („Scuse me, while I kiss that police officer”) Es folgt einer der besten Tracks der Box: Der lange 21minütige “Young/Hendrix Jam”, in dem sich die Musiker (und Hörer) spieltechnisch (und gedanklich) austoben dürfen. Eintauchen – vertiefen – mitreißen lassen – Pfeifchen anzünden – mitfliegen!

CD 4 beginnt mit einer Version von “Stone Free”, die ich neben anderen als eine der besten bisherigen gehörten aller Zeiten bezeichnete. Hendrix verliert sich in einem gewaltigen, sehr gut klingenden Solo, die Band jammed gut zusammen, versteht es auch sehr gut, dynamisch miteinander zu „arbeiten“ – die leisere Passage zur Mitte des Stücks zeigt einmal eine ganz andere Facette von Jimi’s Spiel – die Aufnahme ist auch okay (lediglich die Becken kommen nicht so gut raus), ein kurzes (gutes) Schlagzeugsolo gibt es auch.

Burning Desire“ ist komplett instrumental, ein netter spaciger Übungsraum-Jam. „Everlasting First“ ein überraschender southernrockiger Beitrag, bei dem allerdings „Arthur Lee“ singt. Lee war damals hauptberuflich als Sänger & Musikus der LA Band „Love“ tätig gewesen. Sehr interessant ist die Version von „Freedom“, das ich so bisher auch nicht kannte. „Peter Gunn/Catastrophe“ ist lediglich eine kleine „Übungsraumkatastrophe“, wie sie tagtäglich in den gruftigen Kellern aller Nachwuxbands passiert. „In From The Storm“ präsentiert dann wieder Hendrix pur, vom 8minütigen Blues „Red House“ gibt es eine sehr gute Live-Version,

Dass sich die Verantwortlichen nicht viel Gedanken gemacht haben um die Veröffentlichung, zeigt das minikurze „Play That Riff“ (wahrscheinlich wurde wirklich alles an Material auf die CDs geschmissen, was man gerade gefunden hatte  – Hendrix hätte dieses holprige Übungsraumgemetzel nie und nimmer frei gegeben für eine Veröffentlichung, was diese CDs irgendwie schon wieder in Richtung „Leichenfledderei“ bringt – alles nur, um den letzten Cent vom Fan abzupressen – ohne jegliche Wertschätzung für die musikalische Hinterlassenschaft des Künstlers. Aber es ist wie es ist: Für Sammler und Hendrix-Fans ist der “West Coast Seattle Boy” eine ultimative “Must Have Collection”. Und ich glaube, zu Weihnachten wünsche ich mir noch die Deluxe Edition mit den acht Vinyl-Langspielplatten, weil ich weiss, dass meine Verwandtschaft diese Webseite auch studiert, he, he!

Und für die Statistik: “West Coast Seattle Boy” ist das 48. Jimi-Hendrix-Album, das ich besitze.

VÖ: 12.11.10

Verfügbar: SIEHE INFO BOX OBEN!

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.jimihendrix.com/de/home

TACKLISTING

 

 

 

 

 

 

 

 

BUCKETHEAD “CAPTAIN EO’S VOYAGE”    Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Buckethead - Captain Eo's Voyage mc

Nach dem Banjo-Ausflug (die CD “Spinal Clock” - Rezension gibt es im 2010er Verzeichnis) zeigt sich der „Eimerkopf“ geläutert und hat wieder die Gitarre in die Hand genommen. „Captain Eyo’s Voyage“ hat er die neue Extrovertiertheit genannt. Na gut, warum nicht, Captain Eyo ist mir dabei verhältnismässig wurscht, ich kenne ihn nicht – Captain Iglu ist mir eher ein Begriff, geht mir aber am Allerwertesten vorbei, weil ich der Meinung bin, dass ein toter Fisch (der ist ja auch gestraft genug) nicht noch als fetthaltiges Kunstdüngerstäbchen in den Magen geworfen werden muss. Es gibt 12 neue Tracks (Spielzeit lediglich 41:43 Minuten) - der Titel des Albums soll eine Referenz sein an Michael Jackson’s “Captain Eo”. 2009 hat BUCKETHEAD bereits den Titel “The Return Of Captain Eo” veröffentlicht.

INSTRUMENTAL 

Für Fans von: Adrian Belew - Robert Fripp - John Zorn

USA

Die Musik der CD startet ambient-ruhig, könnte auch die Grundlage für ein langweiliges Rollenspiel von Spellbound Entertainment sein (genau die, die das „neue Gothic 4: Arcana“ dilettantisch versaut haben). Über die  Drums (die übrigens auch  ein 9jähriger Musikstudent hätte spielen können) wabern spacige Akkorde (ums genau zu sagen: Sus4-Akkorde), das Ganze setzt sich fort in “Light”, in “Infintiy Appears” und dann nehme ich Platz auf dem “Stained Glass Hill” und bin irgendwie völlig erschüttert ob der Langeweile, die mich erfasst beim Hören der neuen CD von Brian Carrol (Geburtsname von Buckethead). “Captain Eo’s Voyage” kommt mir vor, als ob der gute Buckethead halt irgendeine Übungsraum-Stunde aufgenommen hat und diese jetzt weltweit veröffentlichen muss, weil ihn ein böser Geist dazu zwingt. “Trails Of Moondust” ist dann das fünfte Stück der CD, das wenigstens ein klitzekleines Ausrufezeichen hinterlässt, weil es hier zumindest ein paar spacig-chillige Gitarren-Soli gibt in der Tradition, wie sie auf dem zweiten Album der Classic Space-Rock-Combo “Ufo” auf deren zweiten Studio Album “Flying” aus dem Jahr 1970 gespielt wurden. Wer dieses Ufo Album noch nicht kennt und auf ätherische Gitarren-Sounds steht, unbedingt mal abchecken! “Star Chasing” ist auch ertragbar, “Dancing The Dream” ist wieder etwas besser, auch weil sich der Gitarrist hier zart an der “Al-di-Meola-muted-palm-Technik” reibt und dadurch etwas Dynamik in sein Spiel einfliessen lässt. “The Siphonic Sequence” bringt ein paar echo-verhallte Blues-Licks und der Rest der Songs plätschert unaufgeregt vor sich hin. Chrrrrrrrrrrr.......

FAZIT: Eines der langweilixten Alben, das ich bisher vom Gitarristen Buckethead gehört habe. Wahrscheinlich hat er sich bei den Aufnahmen zu “Captain Eo’s Voyage” dieses Mal wirklich einen Eimer über den Kopf  gestülpt gehabt.  Egal - ich hab’s und geb’s auch nicht mehr her.

VÖ: 29.11.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.bucketheadland.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

JOE SATRIANI “BLACK SWANS AND WORMHOLE WIZARDS”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

GITARREN ROCK

Für Fans von:  Steve Vai - Marty Friedman - Frank Gambale

USA (NEW YORK)

Glockenschläge und harte Gitarrenriffs brettern zu ambienten Keyboard-Sounds und den Grooves der Rhythm-Sektion. Ab und zu wird das Riffing von shreddernden Soli zum Crescendo getrieben Sehr gut das pentatonische Solo in „Pyrrhic Victoria“ - erinnert an Sachen von Robin Trower & Frank Marino – hier aber wesentlich kürzer. Auch „Light Years Away“ weckt Erinnerungen – speziell was den brummenden Bass und die Akkordstruktur betrifft - an den instrumentalen Wishbone Ash-Klassiker “F.U.B.B.” Bester „Song“ bisher! Mit „Solitude“ und „Littleworth Lane“ gibt es „Füllmaterial“. „The Golden Room“ überzeugt mit indischem Tabla-Flair, „Two Sides To Every Story“ ist tanzbar (117 bpm) und „Wormhole Wizards“ schiebt in die altbekannte “Bass-und-Drums-begleiten-Joe- auf-dem- Trip-in-sein-rockiges-Wurmloch”-Ecke, in der er virtuos wüten & toben darf.

Joe Satriani - Black Swans And Wormhole Wizards

VÖ: 05.10.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.satriani.com/

TOURDATEN

FAZIT:  Der Mann, der einst Virtuosen wie Steve Vai unterrichtet hat, wirft sein mittlerweile 14. Solo Album auf den Markt. Natürlich ist alles beim Alten geblieben. ”Black Swans And Wormhole Wizards” ist keine ungewöhnliche CD, aber übliches JOE SATRIANI-Futter und wer seine Musik mag, dem wird es auch dieses Mal gefallen. Wer schon das Meiste von ihm hat, wird sich auch das kaufen wollen, aber wer noch nichts von Herrn Satriani besitzt, dem sei anstelle dieser CD als Einstieg sein dritter Solo Streich aus dem Jahre 1989 („Flying In A Blue Dream“) wärmstens empfohlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

BUCKETHEAD “SPINAL CLOCK”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Buckethead - Spinal Clock

Er ist einer der innovativsten Musiker, die sich jemals auf Tonträgern verewigt haben. Brian Carroll, der sich irgendwann den Bühnennamen BUCKETHEAD (= Eimer auf dem Kopf) zugelegt hat, ist ein musikalisches Chamäleon, das Mitte der 80er Jahre plötzlich in den Workshop Kolumnen des legendären US Guitar Player Magazins aufgetaucht ist. Das Magazin, das später von zahlreichen (auch deutschen) geklont worden ist (bei den Meisten blieb es beim zweitklassigen Versuch). Mit „Spinal Clock“ veröffentlicht der Musiker sein bereits „achtundzwanzigstes“ Studio Album. Vor lauter Ehrfurcht habe ich dieses Mal sogar das „x“ weg gelassen. ”Spinal Clock” ist zwar kein Gitarren Album geworden, aber weil die CD vorrangig für Gitarristen interessant ist, habe ich sie hier plaziert.

AVANTGARDE

Für Fans von: akustischer Experimentalmusik ohne jegliche Grenzen

USA

Auf den 9 Stücken hat er sich das Musikinstrument Banjo zum Hauptdarsteller auserkoren. „Lafyette’s Landing“ beginnt mit seinen kryptischen Lauten wie ein mysteriöser Track aus einem Sci-Fi-Horror-Film.  Die 68er „Umma Gumma“(*) -Phase von Pink Floyd würde aber auch gut passen. „Whale On This“ ist minimaler LoFi-Instrumental-Pop, der von der Atmosphäre her an die wabernde Endzeitstimmung des Neil Young Soundtracks „Dead Man“ erinnert. Herrlich düster – herrlich trist. Vom künstlerischen Approach: Buckethead spielt seine Banjo-Licks, als ob er eine elektrische Gitarre bearbeiten würde, er wechselt zwischen rasenden Solo Lines hinüber zu rhythmisch-synkopierenden (vom Handballen) gedämpften Klang-Kaskaden, lässt das eine oder andere Flageolett erschallen, stimmt während (!!!) dem Song verschiedene Saiten nach unten und erzeugt so dissonante Töne, die dem Stück eine avantgardistische, experimentelle Nuance geben.

Im „Four O’Clock For Dub Down“ beweist er, dass auch ein Banjo zum Slidegitarren-Dobro mutieren kann. Die Stimmung der Saiten schraubt er wieder Mal nach unten und erreicht damit dieses Mal einen bluesigen Louisiana Sound. Hätte er mit einer elektrischen Gitarre auch haben können. Aber egal. Zeitweilig hört es sich an, als ob ein alter Biker röhrend versucht, seine antike Harley zu starten. Im Titelstück „Spinal Clock“ erschafft er eine Symbiose zwischen Foreigner’s „Urgent“ und Kraftwerk’s „Ruckzuck“, ein Stück vom ersten Album der deutschen Psychedelic-Kraut-Legende (für jüngere Musiker: Kraftwerk waren Vegetarier **), das heute leider niemand mehr kennt). Und ich habe schon wirklich viel Musikalisches erlebt in meinem Leben, aber ein Banjo, das sich anhört wie ein verstimmtes Klavier, ist mir auch noch nicht untergekommen!

Richtig zur Sache geht es auch im „Spinal Cracker“. Wie kann man sich die Musik vorstellen? Ein Jogger läuft mit zwei Plastikeimern eine Stadiontreppe hinauf - oben angekommen, rutscht er aus und fällt mit den Eimern Stufe für Stufe wieder nach unten. Dazu schlägt ein wilder Perkussionist in der Kabine des Stadionsprechers über das eingeschaltete Mikrofon die Becken eines Drumsets gegeneinander. Mit die beste Nummer der CD! Tipp: Hinsetzen, ruhig zuhören, Gedanken schweifen lassen. „Spinal Clock“ als Schock-Therapie für Hyperaktive.

INFO: (*) „Umma Gamma“ ist ein Album aus dem Jahr 1968, das die Gruppe Pink Floyd aufgenommen hatte und das ihren Status als kultige Psychedelic Underground Gruppe bestätigte. Ganz anders als die radiohitauglichen Songs Mitte der 70er. Ab „Dark Side Of The Moon“ (was ich nebenbei auch für ein erstklassiges Album halte) gingen musikalischer Anspruch und erfolgsorientierter Kommerz leider getrennte Wege.

INFO (**) War jetzt nur ein Scherz, habt Ihr aber sowieso nicht geglaubt, oder doch?

VÖ: 16.09.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.bucketheadland.com/ 

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

LEE RITENOUR “6 STRING THEORY”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Lee Ritenour - 6 String Theory

Captain Fingers ist sein „Nickname“ (= Spitzname), aber schon das, was LEE RITENOUR hier im ersten Stück seiner aktuellen CD “6 String Theory” mit seinen elektrischen Gitarren bewirkt, hätte die Beförderung zum General verdient. Zweistimmige, gedoppelte Solo Lines mit „invertierten“ Akkorden und geschmackvollen Licks, dass selbst ein Gourmet-Koch seinen Löffel wegwerfen würde, um sich eine Gitarre zu kaufen. Nach 3 Minuten kommt der erste längere Solo, in dem er mit “Legato Lines” nur so um sich wirft, um etwas später wieder in rasender Geschwindigkeit rockig-verzerrte “Pull-Offs” und “Hammer-Ons”  auf die Saiten prasseln zu lassen. Die Band “fadet” den Song dann am Ende aus mit einem schönen Lite-Funk-Groove und der Maestro zeigt, dass er es auch „gefühlvoll und leise“ kann.

FUSION ROCK

Für Fans von: Larry Carlton - Robben Ford - Jeff Beck

USA

Am I Wrong“ ist ein Mundharmonika-Mississippi-Blues-Funk, in dem sich der Gast “Keb Mo” das Mikrofon schnappt und einen seinen besten Blues Songs „ever“ singt. Erinnert an die messerscharfen “slow funk grooves” von Ike Turner (ohne Tina). Einer der besten Songs, die ich bisher im Jahr 2010 gehört habe! In der zweiten Hälfte des Songs kommt die bluesige Hörenswürdigkeit Taj Mahal hinzu. Modern Jazz mit Reminiszenz an den legendären bereits verstorbenen Les Paul spielt die Band im Stück „L.P.“: Saubere, boppige (kein Lesefehler: Ich meine hier keinesfalls “poppige”) Gitarren-Licks und Akkorde in diesem jagenden Modern Swing Jazz, sehr gut gefallen mir auch die Beckenarbeit von Schlagzeuger Will Kennedy und das behende Orgel solo von Joey de Francesco. Einen super swingenden Gitarren Solo gibt es von Gaststar Pat Martino.

Joe Bonamassa und Robert Cray teilen sich die Vocals und Gitarren im hardbluesigen „Give Me One Reason“. Noch härter – was Sound und Groove angeht, ist „68“ – hier sind als Gäste Steve Lukather und Tal Wilkenfeld (die laufende Meter-Bassistin von Jeff Beck) mit von der Partie. An letzteren erinnert dann auch das ätherisch-ästhetische „In Your Dreams“. Im sensationell starken „Moon River“ bilden wieder De Francesco (Orgel) und Kennedy (drums) das rhythmische Grundgerüst, auf dem sich unser Kapitano und sein besonderer Gast George Benson austoben dürfen.

Nach „Why I Sing The Blues“ mit der Blues-Garde B. B. King und Johnny Lang führt der Weg des Hörers in die akustische &  instrumentale Fraktion der CD. „Daddy Longlicks“ präsentiert sich mit fliegenden, jagenden Solo Lines und zackigen Akkorden – die Musik braucht sich hinter der des legendären Trios Di Meola, DeLucia und McLauhglin nicht zu verstecken. „Shape Of My Heart“ erinnert an die instrumentalen 80er Jahre Kompositionen von Al Di Meola und auch „Drifting“ bevorzugt die ruhige sentimentale Botschaft. Richtig los geht’s wieder im „Freeway Jam“ – hier gibt es zwei- und dreistimmige Gitarrenlines von Lee, Mike Stern und Tomayasu Hotei – Schlagzeug spielt hier übrigens kein anderer als Simon Philips. Das Finale sieht “General Fingers” zusammen mit dem 16jährigen Klassikgitarristen Shon Boubilil bei der Bearbeitung der „Caprices, Op 20 No 2 And 7“, des italienischen Komponisten Luigini Legnani. FAZIT: Ein furioses Feuerwerk für Musiker, Gitarristen, Jazz’n’Blues Fans, die Wert drauf legen, eine der besten CDs des Jahres zu hören. Fantastische Gäste, die sich LEE RITENOUR eingeladen hat zur Aufnahme Session

INFO: Wer sich für die Musik des italienische Komponisten LUIGI LEGNANI (1790 - 1877) interessiert, kann sich die Noten der 36 Capricen hier kostenlos downloaden: http://www.free-scores.com/download-sheet-music.php?pdf=1795

VÖ: 29.06.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Empfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.leeritenour.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

KAKI KING “JUNIOR”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

ALTERNATIVE ROCK

Für Fans von:  Lush - Stanley Jordan - Erik Mongrain

USA (GEORGIA)

Die neue Scheibe der Gitarristin beginnt mit dem indie-rockigen “The Betrayer”, das in der Sphäre grossartiger U2-Klassiker schwebt. Gesang und treibende Drums erinnen an die 90er Alternative Pop Band “Lush” aus London. Auch in “Spit It Back In My Mouth” erzeugt sie esotherische Atmosphäre durch den schulchorartigen Satzgesang und vor allem durch ihre besondere Art, Rhythmusfiguren im Stile des New Age-Gitarristen Michael Hedges oder des Tapping-Spezialisten Stanley Jordan zu entwickeln. Ab und zu bequemt sie sich auch, ihre Gitarre “normal” an zu schlagen wie im balladesk-akustischen “The Hoopers Of Hudspeth”. KAKI KING (Geburtsname: Katherine Elizabeth King) spielt Musik für Musiker (“Falling Day” wexelt zwischen 4/4th und 7/4th), für alle anderen hört der Spass spätestens beim fünften oder sechsten Stück auf, weil die Songs ohne Höhepunkte vor sich hin plätschern.

Kaki King - Junior

VÖ: 13.04.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.kakiking.com/  

TOURDATEN

INFO: TAPPING ist das grosse Zauberwort, wenn die Sprache auf  die exzellente Spieltechnike der 30jährigen Gitarristin aus Georgia kommt. Die populäre Öffentlichkeit wurde mit dieser Art, die Gitarre zu spielen, zum ersten Male im Jahre 1978 konfrontiert, als sie der Rockgitarrist Eddie Van Halen in seiner Musik verwandte.  Laien können sich den Begriff “Tapping” am schnellsten erklären, indem sie vorstellen, wie ein Gitarrist sein Instrument auf seinen Schoss legt und die Saiten wie ein Pianist bearbeitet, d. h. die rechte Hand zupft und schlägt nicht an, sondern drückt (besser: hämmert) die Saiten mit den Fingern auf  das Griffbrett der Gitarre. Nach den ersten Van Halen-Platten war nichts mehr wie es war und Horden von Musikern aller Genres begannen, sich auf diese Spieltechnik zu spezialisieren. Mittlerweile gibt es auch eine Menge von Herstellern, die dementsprechende Instrumente weiterentwickelt haben, um den Anforderungen der Musiker gerecht zu werden. Ab dem 15. September 2010 gibt es auf der Partnerseite www.musikverrueckt.de ein grosses Special über das “Tapping”.

 

 

 

 

 

 

 

 

STEVE VAI “WHERE THE OTHER WILD THINGS ARE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

HEAVY ROCK

Für Fans von:  Joe Satriani - Marty Friedman - Steve Morse

USA (NEW YORK)

Ein Leckerbissen für Gitarristen, wobei der gute Steve natürlich einige Ligen höher spielt als die gute Katherine. Vor einem Jahr hat STEVE VAI die phänomenale DVD “Where The Wild Things Are” veröffentlicht, jetzt legt er diese CD nach mit Titeln, die es nicht auf die DVD geschafft haben. Wobei man nicht von Outtakes sprechen kann, weil die präsentierten 12 Stücke Rockmeisterwerke sind, in denen die Protagonisten (der Maestro selbst, die Violinisten Ann Marie Calhoun & Alex DePue und der Rest der Besetzung) Höxtleistungen vollbringen und daher kann ich mir die Bewertung eigentlich sparen. In “The Crying Machine” duellieren sich 3 Solisten gleichzeitig, spielen plötzlich unisono, während die Rhythmus-Combo schräge Queerbeet-Riffs spielt, ohne mit der Wimper zu zucken. Für Gitarristen ein Must Have und für alle, die exzellente Rockmusik schätzen sowieso.

Steve Vai - Where The Other Wild Things Are

VÖ: 13.04.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.vai.com/

TOURDATEN

INFO: Begonnen hat er in Frank Zappa’s Band. Unvergessen sein Mitwirken bei der 3er LP-Box “Shut Up N Play Yer Guitar”, als er den Begriff “Stunt Guitar” prägte. 1984 war STEVE VAI  der erste Gitarrist, der die Ehre hatte, sich auf der Schallfolie des amerikanischen Magazins “Guitar Player” zu präsentieren mit ”The Attitude Song” vom Debut Album “Flexable”. Danach ging es ab zur Band von Graham Bonnet (“Alcatrazz”), zur “David Lee Roth Band” und danach zu “Whitesnake”. Mittlerweile hatte er für sich bereits den Status des Super Gitarristen beansprucht und auf diesem Thron sitzt er seit Beginn der 90er - immer noch unangefochten. In seiner Discographie stehen 21 Alben, von denen jedes hörenswert ist. Absolut sehenswert auch die DVD “Where The Wild Things Are”, die im Jahr 2009 erschienen ist. “Must Have” für Musik-DVD-Sammler!

 

 

 

 

 

 

 

 

DIRTY DAVE OSTI “VOODOO GUITAR”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

BLUES ROCK

Für Fans von:  Robin Trower - Joe Bonamassa - Lance Lopez

USA (KALIFORNIEN)

DIRTY DAVE OSTI spielt “dreckige”, wilde Gitarrenlicks und die 10 Stücke, die er auf seinem Debüt darbietet, sind Extraklasse. Songs wie “Play What The Man Can’t Say” und “Flatline” zeigen, dass er seine Robin-Trower-Stevie-Ray-Vaughan-Fertigkeiten bestens beherrscht. In “Lit Again” kommt noch der bluesfunkige Groove einstiger Frank Marino Scheiben hinzu. Stimmlich sehe ich ihn irgendwo zwischen Gary Moore und dem zu früh verstorbenen Jeff Healey. “Kritiker” werfen ihm vor, wie dieser oder jener zu klingen, aber sollte man sich nicht über jeden weiteren hervorragenden Gitarristen freuen? Dave Osti gehört nun mal zu den besten seiner Zunft und mit “Voodoo Guitar” hat er eines der besten Rock Alben des Jahres aufgenommen. Auch unbedingt erwähnenswert: Die fundamentale Spielwiese, die Bassist Dave Batti und Drummer Moyes Lucas dem Gitarristen bieten.

Dirty Dave Osti - Voodoo Guitar

VÖ: 09.02.10

Verfügbar: CD & Digitales Album

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Web: http://daveosti.com/ & https://myspace.com/davebatti/music/songs

TOURDATEN

INFO: Angeblich hat er schon über 1000 Songs geschrieben, 10 sind auf seiner Debut CD, das bedeutet, das wir auf jeden Fall noch mindestens 99 weitere Scheiben erwarten dürfen. Gut so! Der “dreckige” Dave  spielt ansonsten in der Bluesgruppe “Gentlemen’s Blues Club” und als dort gerade Müssigtun angesagt war (schliesslich geht es auch Bluesmusikern heutzutage nicht sooo schlecht), hat er den Schritt in die solistische Selbständigkeit gewagt. Seine Freunde (Mike Inez, Bassister der Rock Band “Alice In Chains”) sagen von ihm, Musik ist ein Teil seiner DNA (kann ich nachvollziehen).

 

 

 

 

 

 

 

 

JEFF BECK “EMOTION & COMMOTION”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Jeff Beck - Emotion & Commotion

Playtime: Einzig die Spielzeit von 40 Minuten und 26 Sekunden enttäuscht, als ich die CD in den Player lege. Vom Maestro hätte ich mir auf einem Medium, das die doppelte Menge an Musik speichern kann, etwas mehr gewünscht. Und wenn’s halt nur eine Demo Version eines Stückes oder eine ältere Live Aufnahme gewesen wäre. Jeff Beck habe ich Ende der 60er zum ersten Mal gehört, als er sich auf dem Debut Album “Truth” der Jeff Beck Group mit Rod Stewart duellierte. “Emotion & Commotion” dürfte sein 25. Album (Live- und Best Of Platten mit eingerechnet) sein. Ich besitze zwar alle Werke von ihm, muss aber auch gestehen, dass mich seine letzten Veröffentlichungen nicht vom Hocker gerissen haben. Durch die geniale DVD “Live at Ronnie Scott’s” habe ich wieder zu Jeff Beck gefunden.

ROCK

Für Fans von:  Arlen Roth - Niladri Kumar - Gary Moore

ENGLAND

Nach dem ruhigen, österlichen “Corpus Christi Carol” läuten funky Wah Wah Riffs zum ersten “Hammerhead” Groove, der das ambiente Flair seiner 78er Hammer-Platte “Wired” exakt wiedergibt. Jeff lässt dann auch gar nicht lange auf sich warten und brettert seinen ersten blues-rockigen Solo - der Keyboard-Sound weckt Erinnerungen an gute alte Mahavishnu-Zeiten. Die kleine und geniale Bassistin Tal Wilkenfeld, die auf der DVD “Live At Ronnie Scott’s” dabei war, ist auch hier mit von der Partie. In “Never Alone” spielt sie einen - zwar unauffälligen - aber doch schönen melodiösen Part. Auch “Somewhere Over The Rainbow” ist ruhiger Natur.

Mit Spannung habe ich natürlich - seit ich gelesen habe, dass es diesen Track auf dem Album geben wird - auf “I Put A Spell On You” mit Joss Stone am Mikrofon gewartet. Zum einen, weil es unzählige Fassungen des Stücks gibts und zum anderen, weil ich von der Band, in der ich singe, zu diesem Titel ”überredet” wurde. Und Jeff Beck ist immer wieder für Überraschungen gut. Er bringt den Titel in einer knappen 3minütigen Version als 6/8tel Shuffle. Und Joss? Singt einfach klasse - sie verleiht dem Klassiker ihre eigene stimmliche einzigartige Note. Bestes Stück bisher.

Mongolischen Kehlkopfgesang gibt’s am Anfang von “Serene”. Ätherische Rock-Stimmung, der Soundtrack zur Autofahrt in den Sonnenuntergang. Herrlich. Anlage aufdrehen & geniessen - und... ein Beck’s Bier trinken :-)) Mit “Lilac Wine” folgt eine Rockjazz-Ballade, die vom Rockabilly-Mädchen “Imelda May” gesungen wird. Mit “Nessun Dorma”, das im letzten Jahr wieder von Paul Potts salonfähig gesungen wurde, beweist der gute Becky wieder einmal, dass er nach wie vor einen wandlungsfähigen chamäleon-artigen Musikgeschmack hat. Top Drumming gibt’s von Vinnie Colaiuta im jazzfunkigen “There’s No Other Me”, auch hier darf Joss Stone ans Mikro. Was hat sich diese Frau entwickelt in den letzten Jahren! Ist gleichzeitig die lauteste und experimentellste Nummer der CD.

Info: Es gibt auch noch eine Limited Edition, die eine DVD beinhaltet mit 6 Live-Tracks, die auf dem 2007er Crossroads Guitar Festival aufgenommen wurden. Exklusiv beim US Online-Händler bestbuy, das Shipping ist kostenlos: http://www.bestbuy.com/site/Emotion+%26+Commotion+-+CD/9840161.p?skuId=9840161&id=2094383

Abschliessendes Fazit: Nette & ruhigere Mainstream-CD des 65jährigen Gitarristen, ”Emotion & Commotion” kann sich aber lange nicht mit seinen grossen Meisterwerken “There & Back”, “Wired” oder “Crazy Legs” messen.

VÖ: 06. 04. 10

Verfügbar: CD & Deluxe CD & Digital

Empfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.jeffbeck.com/

TOURDATEN

 

 

 

 

 

 

 

 

JIMI HENDRIX “VALLEYS OF NEPTUNE”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

BLUES ROCK

Für Fans von:  Randy Hansen - Robin Trower - Blue Cheer

USA (SEATTLE)

Was für ein Hype um diese Veröffentlichung - braucht’s der Hendrix-Fan wirklich? Eine neue Hendrix-Scheibe mit sieben unveröffentlichten Songs und 5 neuen Studio Takes. An den Aufnahmen ist produktionstechnisch nichts aus zu setzen. Jimi ist in TOP-Form, der Solo in “Stone Free” kommt wie ein heisser Lava-Strahl (geil, geil, geil!). Das bisher unveröffentlichte “Valleys Of Neptune” baut auf einem Oktav-Riff auf, ist ein Mix aus “Hey Joe” und dem eben erwähnten Auftakt. Die erste wirkliche Überraschung kommt mit “Ships Passing In The Night”. Ist das wirklich Hendrix? Hört sich an, als ob hier der leibhaftige Stevie Ray Vaughan die Saiten bedient. Langsamer guter Blues. Beim Solo war mit Sicherheit der Halstonabnehmer aktiviert gewesen. Auch die neuen Versionen von “Red House” und “Fire” gefallen gut, wenngleich sie sich nicht von Altbekanntem unterscheiden. Brauchbar.

Jimi Hendrix - Valleys Of Neptune

VÖ: 05.03.10

Verfügbar: CD - Vinyl - Digital

Kaufempfehlung:  K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.jimihendrix.com/

TOURDATEN

INFO: Sieben bisher unveröffentlichte Aufnahmen gibt es für Hendrix-Afficionados und anstelle der weiteren fünf Stücke von offiziellen Studio Releases hätte man hier auch noch einige Raritäten wie Outtakes oder Live-Aufnahmen drauf packen können. “Valleys Of Neptune” gibt es auch als Doppel-Vinyl-LP (Import bisher nur). Seine Mistreiter bei den meisten Songs waren Noel Redding am Bass (bei 3 Tracks bediente Billy Cox den 4-Saiter) und Mitchell Mitchell am Schlagzeug. Die Backing Vocals beim ersten Song “Stone Free” wurden von Roger Chapman und Andy Fairweather Low eingesungen (eingebrüllt).

 

 

 

 

 

 

 

 

Legende KAUFEMPFEHLUNGEN

KKKKKKKKKK

NDS - 1,749

Sagenhaftes Album, gehört in JEDE Sammlung, für die einsame Insel

KKKKKKKKKK

NDS 1,750

Sehr gutes Album, genre-spezifisch unter den  besten  1000 aller Zeiten

KKKKKKKKKK

NDS 1,850

Empfehlenswertes Album, gehört in die gut sortierte Plattensammlung

KKKKKKKKKK

NDS 1,950

Ganz gut gelungen, es gibt aber vergleichbare Alben im Genre

KKKKKKKKKK

NDS 2,050

Kann man hören, rein in die Sammlung,  bei Bedarf wieder hervorholen

KKKKKKKKKK

NDS 2,150

Durchschnittliches Album,  nur für Edel-Fans empfehlenswert

KKKKKKKKKK

NDS 2,250

Nicht so gelungen, es gibt Bessere im Genre und auch von diesem Act

KKKKKKKKKK

NDS 2,350

Langweilig, Weihnachtsgeschenk für Feinde und Finanzbeamte

KKKKKKKKKK

NDS 2,450

Schwaches Album, CD und  Cover als Unterlage im Katzenklo

KKKKKKKKKK

NDS 2,550

Grauenhaftes Album, ab damit in die Verbrennungsanlage

KKKKKKKKKK

NDS 2,650

Kackastrophal, ein Verbrechen an der musikalischen Menschheit

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxx

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx